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Delitzsch Landwirte dominieren Wirtschaftsstammtisch
Region Delitzsch Landwirte dominieren Wirtschaftsstammtisch
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10:00 25.02.2010
Beim Rundgang informiert Betriebsleiter Roland Dusi (rechts) von Frunol Delicia über die Herstellung von Schneckenlinsen, ein Mittel gegen Schnecken. Quelle: Manfred Lüttich
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Delitzsch

Je nach dem, was aktuell ist“, sagte Joachim Ackermann, Chef der Wirtschaftsförderung der Stadt. Am Dienstag dominierten die Vertreter aus der Landwirtschaft. Und die hatten einiges zu erzählen, nachdem der Delitzscher Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) die Frage nach den Betriebsergebnissen 2009 aufgeworfen hatte. Erich Beitinger, Chef der Landgut Brodau GmbH, bewirtschaftet 600 Hektar Fläche. Er ist in der Milchproduktion aktiv, baut aber auch Weizen, Raps und Zuckerrüben an. Die Verluste (70Prozent) in der Milchproduktion schätzte er als „katastrophal“ ein. Und auch der Anbau von Feldfrüchten gehe zurück. „Wie kompensieren Sie das?“, wollte Wilde wissen. „Banken und Sparen“, lautete die knappe Antwort. Der Landwirt wollte aber nicht nur klagen: „Hier im Osten haben wir Strukturvorteile und wesentlich bessere Voraussetzungen als im Westen“, so der gebürtige Bayer. Der OBM lobte Beitinger, der sich auch im Förderverein der Kirche Brodau engagiere.Dietmar Mieth, Agrargesellschaft Leinetal, hat 5400 Mastplätze für Schweine. Das Futter produziert sein Betrieb selbst. Mit den Betriebsergebnissen der vergangenen beiden Jahre sei er zufrieden. Noch sieben von ehemals 13 Mitarbeitern sind beschäftigt. „Das ist eine natürliche Fluktuation, die auch wirtschaftliche Gründe hat und dem technischen Fortschritt geschuldet ist“, so Mieth. Zudem lernen fünf Auszubildende im Unternehmen. Ein Thema, das alle Anwesenden ansprach. Denn: Nachwuchs wird knapp, qualifizierter Nachwuchs noch knapper. Und was alte Tugenden angehe, sehe es ganz finster aus. „Wir brauchen auch mal junge Leute, die Ideen haben, die was reißen, die wollen und die innovativ sind. Die was wissen und nicht stundenlang fragen. Aber die gibt es kaum noch“, so Hartmut Hinkefuß (Metallbau).Helmut Collin bestätigte die Nachwuchssorgen, obwohl sein Sohn den Schweinezucht- und Mastbetrieb übernehmen wird. Collin kritisierte aber auch die Bürokratie, mit der er zu kämpfen habe. Sein Unternehmen liegt an der Grenze zu Sachsen-Anhalt. Dort habe er Geschäftspartner, dort sei wieder alles anders.Aber auch vor Ort gibt es bürokratische Hürden. Im Landratsamt musste sich Erich Beitinger anhören, dass die Mitarbeiter überarbeitet und überlastet seien. Sein Antrag ruht, eine geplante Investition musste er dieses Jahr verschieben. „Ich habe dann mit einer Beschwerde gedroht. Dazu wurde ich dann sogar ermuntert. ,Beschweren Sie sich ruhig, dann kriegen wir hier vielleicht endlich mehr Personal‘, hat man mir in der Unteren Wasserbehörde gesagt“, so der Brodauer. Der OBM ermutigte zum direkten Draht zum Landrat oder in solchen Fällen zu den Dienstherren in den Behörden. Nach zwei unterhaltsamen Stunden leerte sich der Stammtisch. Frank Pfütze

Frank Pfütze

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