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Delitzsch Leben mit der Delitzscher Großbaustelle
Region Delitzsch Leben mit der Delitzscher Großbaustelle
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15:00 08.04.2016
Wirt Pantelis Dimas (Zweiter von links) und sein Team haben die Großbaustelle Bitterfelder Straße bislang gut überstanden. Quelle: Wolfgang Sens LVZ
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DELITZSCH

Stück für Stück rücken die Bauarbeiten zur Sanierung der Bitterfelder Straße vor, sind jetzt an der Kreuzung zum Schäfergraben angekommen. Damit ist nicht nur eine der Hauptverkehrsachsen durch die Stadt lahmgelegt, sondern auch so mancher Geschäftstreibender abgeschnitten. Am Ende sei mit der Großbaustelle auch die letzte Laufkundschaft noch weggeblieben. Die Drogerie Bär, ein Traditionsgeschäft nahe der Kreuzung Bitterfelder/Dübener Straße, schloss Ende Februar. Nicht allein die Großbaustelle war der Grund, so Inhaberin Ingrid Roth, doch der Bau versetzte wohl diesen letzten Schlag. Gerade die älteren Herrschaften aus der Bitterfelder Straße hatten es schwerer ranzukommen.

„Alle wollen schnell und bequem überall hinkommen“, weiß auch Pantelis Dimas. Er lebt seit 20 Jahren in Delitzsch und betreibt in der Bitterfelder Straße das beliebte Restaurant Athos mit 150 Plätzen. Neun festangestellte Mitarbeiter zählt das Unternehmen. Auch er habe Laufkundschaft verloren. Er betont aber auch: „Die Umsätze in der Gastronomie sind nie zu 100 Prozent stabil, das Vor der Baustelle ist schwer mit dem Danach zu vergleichen.“ Mit Sicherheit seien einige Gäste wegen der Umleitung ferngeblieben. „Wer sich einmal verfährt, der versucht es ja nicht wieder und wieder.“ Die Stammgäste aber seien treu geblieben und hätten jede Extrarunde mit dem Auto und jeden Umweg gerne in Kauf genommen und auch mit Einschränkungen wie einer Behelfsbrücke über den aufgerissenen Fußweg hätten sich die Gäste gut arrangiert. Das alles sei „einfach schön“ zu sehen. Öffentlich dankte Pantelis Dimas ihnen daher bei Facebook. Und mit den Bauarbeitern kämen er und sein Team auch sehr gut aus. Am Ende all der Mühen warte ja eine neue und schönere Straße.

Nordplatz-Bau war Plus für Geschäftsleute

Gute Baustellen-Erfahrungen hat auch Optiker Klaus Gawel gemacht. Die Baustelle Bitterfelder Straße als eine „Einflugschneise“ zum Laden tangiert ihn jetzt nur noch minimal. Sein Geschäft am Nordplatz bekam die dortige Baustelle hin zum Kreisverkehr 2013/2014 deutlich zu spüren. Denn die meisten kommen ja am liebsten mit dem Auto direkt vor die Ladentür. Da hat Gawel gut gemacht: Parkplätze vor dem Geschäft wurden geschaffen. Es soll Ärger mit den Mietern gegeben haben, erinnert er sich, er selbst habe aber nur Gutes erlebt damals: „Die Bauleute waren erste Klasse, sie haben immer für Wege gesorgt.“ Man müsse nur vernünftig mit allen Beteiligten reden, dann mache so eine große Baustelle nicht viel Ärger.

Die Baustelle der Bitterfelder Straße zieht jetzt Stück für Stück weiter in Richtung Süden, bis hin zum Roßplatz. Normal rollt es in Delitzsch wahrscheinlich frühestens im September.

Von Christine Jacob

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