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Legionellen-Kontrollen starten wieder – beim letzten Mal gab’s in Delitzsch Duschverbot

Bakterien Legionellen-Kontrollen starten wieder – beim letzten Mal gab’s in Delitzsch Duschverbot

Seit 2013 sind Legionellen – sprichwörtlich – in aller Munde. Die Umweltbakterien können Krankheiten auslösen. Wo sie gefunden werden, hagelt es Sofortmaßnahmen, von Rohrspülungen bis hin zu Duschverboten. 2016 könnte das wieder aktuell sein: In Delitzsch und Umgebung steht turnusmäßig die nächste Kontrollwelle an.

Legionellen in Großaufnahme. Die stäbchenförmigen Bakterien können krank machen.

Quelle: Stefan Merker - Infografik3D.de

Delitzsch. Sie gedeihen im Verborgenen, mit bloßem Auge nicht erkennbar. Doch 2013 wurden sie schlagartig berühmt, als Vermieter in ganz Deutschland nach ihnen suchen ließen. Legionellen sind gemeint – Umweltbakterien, die Krankheiten auslösen können und sich in lauwarmem Wasser tierisch wohlfühlen. Wo sie gefunden wurden, hagelte es Sofortmaßnahmen, von Rohrspülungen bis hin zu Duschverboten. 2016 könnte sich das wiederholen: In Delitzsch und Umgebung steht turnusmäßig die nächste Kontrollwelle an.

Vielen Mietern und Hauseigentümern in der Loberstadt ist das Thema unangenehm im Gedächtnis. Zwar war zur Premiere-Prüfung 2013 in den meisten Objekten alles in Ordnung. Doch hier und da gab’s kritische Werte. „Bei vier Proben gab es Beanstandungen“, erzählt André Planer, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Delitzsch (WGD). „Bei einer erreichte die Legionellenkonzentration einen solchen Wert, dass wir Leitungen spülen und thermisch desinfizieren mussten. Das Problem ließ sich aber zügig beheben.“

Spezielle Duschköpfe notwendig

Aufwendiger war ein Fall im Bestand der Wohnungsbaugenossenschaft Aufbau. „In einem Block in der Puschkinstraße haben wir spezielle Duschköpfe installieren lassen, damit die Duschen weiter genutzt werden können“, schildert Geschäftsführerin Anette Pittschaft. Denn Legionellen können ab einem bestimmten Aufkommen gefährlich werden, wenn sie eingeatmet werden – zum Beispiel beim Duschen. Allerdings handelte es sich bei dem betroffenen Block um ein abrissgeweihtes Haus.

Es ist inzwischen weg, war schon damals nur noch teilbelegt. Gerade darin sieht Anette Pittschaft die Ursache für die hohen Werte. Denn Proben werden auch dort entnommen, wo gar keiner wohnt. „Wenn in einer leer stehenden Wohnung lange kein Wasser mehr entnommen wurde, kommt es dort natürlich zu Überschreitungen des zulässigen Wertes, ohne dass das auch für die anderen Wohnungen gilt“, sagt Pittschaft. Trotzdem ist dann das ganze Haus betroffen.

Bis hin zum Duschverbot. Das wurde 2013 sogar für einen ganzen Block in Delitzsch-Nord mit fast 60 Wohnungen ausgesprochen. Der Ausnahmezustand hielt mehrere Wochen an, bis diverse Maßnahmen an Strängen, Ventilen und Warmwasseraufbereitung erledigt waren, erinnert sich Robert Zschischang von der Hausverwaltung Zschischang & Müller in Delitzsch. Ein ähnlicher Fall habe sich am Stadtrand von Taucha zugetragen.

Regelmäßig heiß duschen beugt vor

Dass es so weit gar nicht erst kommt, dazu können Mieter eine Menge beitragen, betont Zschischang. „Es ist wichtig, regelmäßig heißes Wasser zu entnehmen.“ Denn Legionellen vermehren sich am besten bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius. Kühlt das Nass ab und steht längere Zeit in der Leitung, nützen auch die Vorlauftemperaturen von mindestens 60 Grad nichts.

Allerdings haben auch die Vermieter reagiert. Zum Teil sind in Delitzsch Heizungsanlagen erneuert worden, erhielten eine sogenannte Legionellenschaltung, bei der in Abständen die Warmwassertemperatur in der Anlage um einige Grad erhöht wird. Bei der WGD sind Hausmeister regelmäßig in den Leerwohnungen, öffnen Wasserhähne. „Wir gehen offensiv mit dem Thema um“, sagt auch Aufbau-Chefin Pittschaft. „Und sind guter Hoffnung, dass die Messergebnisse diesmal gut ausfallen.

Von Kay Würker

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