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Delitzsch Lehrreich, aber trotzdem amüsant
Region Delitzsch Lehrreich, aber trotzdem amüsant
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11:30 12.10.2009
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„Dieser Name ist Programm“, so Vereins-Chef Lars Müller. Ab November soll es neben den Musical-Aufführungen monatlich weitere Kulturdarbietungen geben.

Doch jetzt ging es Jahrhunderte zurück. „Wir wollten, dass Sie sich einmal fühlen wie ein Kaiser“, formte LVZ-Regionalverlagsleiterin Kerstin Friedrich den Dank an die Ehrenamtler in Worte. Und was sollte da besser passen als ein Abend mit Wohlfühlcharakter? Rico Eichlers Team der Schlosswache tischte zunächst einen majestätischen Schmaus auf, servierte Brot-Laib mit Erbspüree, Sauerkraut und Schweinshaxe, dazu flossen Wein, Bier, Wasser oder Saft die durstigen Kehlen hinunter. Pünktlich um acht ließ Regisseur Christoph Zwiener den musikalischen Tusch zum dritten Mal ertönen.

Was folgte, war eine Zeitreise der typisch Priester’schen Art. In einer locker erzählten Geschichte sahen und lernten die Zuschauer, wie der junge Otto (Steffen Kurth), der sich für die Schwachen einsetzt, der erste deutsche Kaiser wurde. Wie er seine schwangere Freundin Milo auf Geheiß des Vaters (Heiko Leitner) sitzen ließ und sich der Engländerin Editha (Sabine Minsel) zuwandte. Wie er es schaffte, die Intrigen seiner Mutter zu meistern, die ihrem Lieblingssohn Heinrich auf den Thron verhelfen wollte und wie ihn schließlich das Fieber dahin raffte.

Nach 2001 und 2005 ist jetzt die dritte Inszenierung auf dem Markt. Die Treue zu Otto begründet Zwiener mit der Verbundenheit des Ensembles zum Stück. „Ich weiß nicht mal, ob das Thema in der Schule vorkam. Wir haben auf jeden Fall die Gelegenheit, Wissen zu vermitteln und trotzdem amüsant zu bleiben“, so der Komponist und Regisseur, der der 2009er-Version des von Jürgen Westphal geschriebenen Stückes zu neuen dramatisch-musikalischen Höhepunkten verhalf.

„Den Otto find ich genial“, hieß es schließlich. Als goldener Reiter lebt der erste deutsche Kaiser, der viele Stämme vereinte, der Straßen und Brücken bauen ließ, in Magdeburg, in deren Stadtgeschichte er als Stifter des Erzbistums, als Gründer der Stadt und großer Privilegiengeber einging, als Denkmal weiter.

Viel Beifall gab es zum Schluss. Und für jeden Verein einen ausgefüllten Lotto-Schein, inklusive Spiel 77 und Super 6. Für die jüngste Sonnabend-Ziehung. Vielleicht hat es ja dem einen oder anderen tatsächlich nach einem kaiserlich anmutenden Abend zu einem fürstlichen Geldsegen verholfen. Das wäre, um es ganz nach Priester-Art zu sagen: „Einfach genschal.“

Kathrin Kabelitz

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