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Leidensweg zu Ende: Zwochauer freuen sich über runderneuertes Feuerwehrhaus

Leidensweg zu Ende: Zwochauer freuen sich über runderneuertes Feuerwehrhaus

Zwochau. Die Zwochauer Feuerwehr hat ein neues Gerätehaus. Genaugenommen ist es ein umgebautes altes mit einem neuen Anbau. Mit einem Fest und der kirchlichen Weihe wurde das Gebäude am Sonnabend offiziell in Betrieb genommen.

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Die Feuerwehr Zwochau weiht ihr neues Gerätehaus ein.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

ll in Betrieb genommen. Bezogen wurde es bereits im Januar. Zu diesem Zeitpunkt und nach fünf Monaten Pause stieg die Wehr wieder in das Alarmierungssystem des Landkreises ein. "Der Dienstbetrieb kann nun unter völlig neuen Bedingungen stattfinden", erklärte Ortswehrleiter Matthias Schubert. Gemeinsam mit der Weihe des Gerätehauses feierte die Wehr am Wochenende auch ihr 115-jähriges Bestehen mit den Einwohnern. Mit einem Umzug durch das Dorf mit Blaulicht, Sirene und Fanfarenzug wurde der gemütliche Teil eingeleitet.

Für die Zwochauer Kameraden geht mit dem jetzigen Gerätehaus ein Wunsch in Erfüllung, aber auch ein langer Leidensweg zu Ende. Das alte Gerätehaus, das in den 1960er-Jahren gebaut wurde, war im wahrsten Sinne des Wortes in die Jahre gekommen. Separate Umkleidekabinen für Kameradinnen und Kameraden gab es nicht, die Bekleidung hing im hinteren Teil der Fahrzeughalle. Sanitäre Anlagen? Fehlanzeige. Es war trotz eingeschalteter Lampen dunkel. Geheizt wurde elektrisch, um vor allem das Einfrieren des Löschwassers zu verhindern. Die Liste der Mängel ließe sich weiter fortführen. Es bestand dringender Handlungsbedarf.

Besonders akut wurde die Lage offenbar ab 2008. Der damalige Wehrleiter Ernst Treiber drängte auf schnelle Veränderungen. Die Wehr stand hinter ihm, auch die Gemeinde war an einer Lösung interessiert. Versuche, das alte Gebäude auf Vordermann zu bringen oder Fahrzeuge, Geräte und Ausrüstungen an einem anderen Ort besser zu platzieren, gab es nicht wenige. Gescheitert sind sie letztlich alle an den Finanzen. Zwochau hatte nicht das Geld dafür.

Das neue Gerätehaus, Bestandteil des Brandschutzbedarfsplanes, war dann auch eines der ersten Projekte, das die neue Großgemeinde Wiedemar in Angriff nahm. Im März erfolgte der Baustart, Mitte April war bereits Richtfest. Insgesamt investierte die Gemeinde gut 300 000 Euro, konnte aber auch auf 226 000 Euro Fördermittel zurückgreifen. "Der finanzielle Rahmen konnte eingehalten werden, auch wenn einige unvorhersehbare Dinge auftraten", erklärte Wiedemars Bürgermeisterin Ines Möller (parteilos). Zum Fest steuerte die Kommune einen Geld-Scheck bei.

Heute entspricht das Gerätehaus den Vorschriften, wie auch der nordsächsische Kreisbrandmeister Ingo Weber zufrieden feststellte. Es verfügt im Neubau über eine Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen. Im sanierten Altbau sind Schulungsräume, aber auch Umkleiden, Duschen und Toiletten entstanden - jeweils getrennt für die Geschlechter. Im Dachgeschoss, das in Eigenleistung ausgebaut wurde, entstanden ein Büro, Lagerräume und eine Aufenthaltsraum, der auch von der Jugendwehr benutzt wird.

"Über 1000 unentgeltliche Arbeitsstunden haben wir für das Gerätehaus geleistet", erklärte Matthias Schubert. Die Kameraden erledigten die Pflasterarbeiten am Vorplatz, legten aber auch bei den Malerarbeiten im Inneren des Hauses Hand an. "Dabei wurden wir von ortsansässigen Firmen in vielfältiger Weise unterstützt. Dafür bedanken wir uns besonders", erklärte der Ortswehrleiter und zeichnete sie mit Präsenten aus. Ein solches erhielt auch die Gemeindeverwaltung. Die Zwochauer Wehr hat derzeit etwa 40 Mitglieder, davon etwa 20 aktive, drei konnten in diesem Jahr von der Jugendwehr (neun Mitglieder) dorthin wechseln. "Zu elf Einsätzen wurde wir in diesem Jahr gerufen", erklärte der Zwochauer Sebastian Treiber, auch stellvertretender Gemeindewehrleiter. © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.06.2015
Wohlgemuth, Ditmar

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