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Delitzsch Leinesaal Badrina soll Herberge für Flüchtlinge werden
Region Delitzsch Leinesaal Badrina soll Herberge für Flüchtlinge werden
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00:24 01.01.2016
Der Leinesaal wird ab Frühjahr zeitweise als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt. Quelle: Wolfgang Sens
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Badrina

Postwurfsendungen, alarmierende Schreiben im Amtsblatt der Nachbarkommune Löbnitz, Gerüchte, besorgte Bürger – im Schönwölkauer Ortsteil Badrina wird gerätselt, ob der Leinesaal zur Flüchtlingsunterkunft wird. Konkret geht die Sorge um, dass die mehr als 100 Flüchtlinge, die bis ins Frühjahr noch im Schullandheim Reibitz leben sollen, in den Saal ziehen, sobald der Betrieb im Schullandheim wieder anläuft.

Ja, der Saal werde bei Bedarf auch zur Flüchtlingsunterbringung genutzt, wenn das Schullandheim bis Ende März nicht vollständig freigezogen ist, bestätigt Bürgermeister Volker Tiefensee (CDU) diese Gerüchte zumindest teilweise. Er habe in einer Beratung mit dem Landkreis und der Nachbarkommune die Hilfsbereitschaft signalisiert. Der Leinesaal als Flüchtlingsheim? Das gelte „aber nur punktuell und nicht als Dauernutzung“, betont der Badrinaer. „Der Leinesaal in Badrina steht auf keinen Fall als Erstaufnahmeeinrichtung zur Verfügung“, so Tiefensee weiter. Das habe er bereits in einem der jüngsten Amtsblätter seiner Gemeinde erklärt, hält der Bürgermeister der Gerüchteküche weiter entgegen. Nach den Katastrophenschutzplanungen stehe der Saal aber auch als Unterkunft zur Verfügung. „Wenn also in Hohenroda mal in Ortsnähe ein Güterzugwagen entgleist, der gefährliche Fracht transportiert, was hoffentlich nie geschieht, und es wird entschieden, den Ort zu evakuieren, dann steht der Saal wie auch andere öffentliche Räume in der Gemeinde zur Verfügung“, erklärt Tiefensee. So könne der Saal auch genutzt werden, um Asylsuchenden ein Obdach zu gewähren.

Von 100 Menschen könne dabei aber keine Rede sein, es würden vielleicht 30 oder 40 Personen in dem Saal untergebracht. Mit Beginn der neuen Saison im Schullandheim, spätestens im April, soll dort der normale Betrieb wieder laufen und die dann noch verbliebenen Flüchtlinge müssten neu untergebracht werden. Das seien nicht 100. Eine Anfrage vom Landratsamt an die Gemeinde Schönwölkau gibt es nach Angaben von Tiefensee auch noch nicht, die Bereitschaft schon. „Wenn das Landratsamt offiziell den Saal anfordern würde, wäre das Mitspracherecht der Gemeinde ohnehin gering“, hielt Tiefensee im jüngsten Gemeinderat zudem Kritikern entgegen, die eine Abstimmung mit dem Gremium gefordert hatten. Für Tiefensee steht fest: „Eh sie eine Turnhalle nehmen und der Schulsport deshalb ausfallen muss, kann man doch den Saal nehmen, der eh die meiste Zeit des Jahres leer steht.“ Tatsächlich ist der Leinesaal nach dem Karneval kaum noch frequentiert, laut Verwaltung erst für September wieder eine große Veranstaltung offiziell gemeldet. Für die Line Hall Dancer, die auch im Saal trainieren, werde sich eine Lösung finden. Wenn der Leinesaal Badrina tatsächlich für die zeitweise Flüchtlingsunterbringung genutzt werde, würden die Bürger rechtzeitig informiert, so Tiefensee.

Wie schon 2015, erinnert der Bürgermeister, werde Schönwölkau auch nächstes Jahr 35 Flüchtlinge unterbringen müssen. Dazu werde die Gemeinde eigene freie Wohnungen anbieten. „Wie es dann in den folgenden Jahren weitergeht, kann im Moment keiner sagen“, so Tiefensee. Auch private Eigentümer seien aufgerufen, Wohnungen zur Verfügung zu stellen.

Von Christine Jacob

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