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Delitzsch Lindenhayn – Reger Betrieb trotz Wirtschaftsflaute
Region Delitzsch Lindenhayn – Reger Betrieb trotz Wirtschaftsflaute
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10:22 09.03.2017
Helmut Barth (links) und Ingo Barisch an der Lindenhayner St.-Mauritius-Kirche: Bald steht der Frühjahrsputz des Heimatvereins an, der auch dem Friedhofsplatz und den beiden angrenzenden Kriegerdenkmälern zugute kommt.   Quelle: Manuel Niemann
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Lindenhayn.

 Wo ehemals noch drei große stämmige Linden dem Angerplatz den Namen gaben, rankt inzwischen eine neue Generation dieser Bäume in die Höhe. Die Zeiten ändern sich – auch am Lindenplatz. Die Dorfkneipe, die einst Dreh- und Angelpunkt des Dorfgeschehens war, wurde aufgegeben. Auch Konsum-, Post- oder Sparkassenfilialen haben sich nicht halten können.

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Die B 2, die den Verkehr durch den Ort führt, ist „Fluch und Segen“, sagt Helmut Barth. „ Ein richtiges Gewerbegebiet haben wir hier nicht.“, so der 61-Jährige, der früher im Ortschaftsrat des Schönwölkauer Ortsteils saß. Auch an anderen Stellen können er und Ingo Barisch oft nur benennen, was einmal war. Dennoch ist Lindenhayn kein aussterbendes Dorf. „Wir versuchen das Beste aus der Situation zu machen, der Nachwuchs ist da.“, sagt Barth. Die Einwohnerzahl schätzt er mit dem zum Ort gehörenden Gollmenz auf stabile 330 bis 350. Heute pendeln die Meisten, kaufen in der Stadt; für Ältere kommen fahrende Händler oder sie nutzen den Bus. Dass Wirtschaft und Handel hier schwächeln, hat auch historische Gründe: „Lindenhayn ist ein typisches Bauerndorf. Hier gab es keinen Bäcker, hier gab es keinen Fleischer, weil jeder Bauer hatte einen Backofen.“, erzählt Helmut Barth. Selbst jetzt, wo es nur noch seinen Hof gibt, sind diese Anfänge noch zu sehen: Bauernhäuser und -gehöfte prägen das Ortsbild. Um die 30 waren es einst. Heute ziert die alten Häuser auffällig oft ein Schild mit Warnung vor dem Hund. Aus gutem Grund: Der Ort hat ein reges Vereinsleben. Neben der Freiwilligen Feuerwehr, die sich 1925 gründete oder dem 70 Mitglieder zählenden Heimatverein gehört zu diesen Vereinen auch eine Hundesparte. Im nächsten Jahr blickt die auf 20 Jahre Bestehen.

Was die Wende im Gegensatz zu den landwirtschaftlichen Betrieben nämlich gut überdauert hat, ist der Zusammenhalt im Dorf. Schon vor der Kollektivierung der Landwirtschaft tauschten die alten Höfe im Dorf rege Naturalien, aber auch Fähigkeiten aus. Auch aus dieser Bereitschaft, sich gegenseitig unter die Arme zu greifen, rührt der Aktionismus im Ort, Dinge einfach erst einmal anzupacken. Oft entstanden Ideen in der Kneipe beim Bier: Eine davon war 1983 die Schalmeienkapelle. Das Instrument lasse sich leicht erlernen, zunächst reichten Zahlen für das richtige Ventil. „Ich kann das Ding theoretisch mit einem Kompressor spielen.“, so Barisch, der selbst eines der Gründungsmitglieder war. Die Kapelle spielt jedes Jahr auf dem Bauernmarkt am 3. Oktober und auch heute, einen Tag vor Heiligabend.

Von Manuel Niemann

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