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Delitzsch Lissaer errichten Vogelhotel in alter Trafostation
Region Delitzsch Lissaer errichten Vogelhotel in alter Trafostation
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00:32 23.03.2018
Mit nur einem Euro zum „Hotel“: Anja Seefeld und Philipp Glatza haben ihre Turmstation übernommen. Quelle: Christine Jacob
Lissa

Nachts das „Huhuuu“ einer Eule hören oder einen Falken direkt auf dem eigenen Grundstück heranwachsen sehen, während am anderen Ende der Terrasse der Gienickenbach plätschert – naturverbundener geht es fast nicht. Für Anja Seefeld und Philipp Glatza könnte das bald Realität wie in einer munteren WG mit Flattertieren aller Art sein. Die beiden haben für einen Euro eine alte Turmstation in Lissa von enviaM-Tochter Mitnetz Strom übernommen und wollen dort ein Vogelhotel errichten.

Privates Engagement

Dass Naturschützer die alten Turmstationen der Stromversorgung zu Niststätten machen, ist gängige Praxis. Erst vergangenes Jahr hat der Naturschutzbund (Nabu) die andere Station im Wiedemarer Ortsteil übernommen. „Dass aber Privatleute eine Station komplett übernehmen, hatten wir so auch noch nicht“, freut sich Veronika Leißner vom betreuenden Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen, „für uns ist es eine ideale Lösung.“ Eigentlich suchten Anja Seefeld und Philipp Glatza ein Grundstück zum Bauen, wollen in Lissa ein Eigenheim errichten. Der 34-Jährige und seine Partnerin sind bereits vor zehn Jahren als Studenten nach Lissa gezogen, möchten nun endgültig Fuß fassen.

Turmstation als Gewinn fürs Grundstück

Als das ehemalige Gelände der Konsumgenossenschaft zum Verkauf stand, stand genau darauf eben auch die 1929 erbaute Turmstation. Für das junge Paar ist sie weder störend noch unnütz: „Abriss stand für uns nicht zur Debatte“, sagt die 35-jährige Anja Seefeld. „Wir wollen die Station gerne in Schuss halten“, ergänzt ihr Freund. Das Paar hat sie für den obligatorischen Euro übernommen und will sich dauerhaft kümmern. Die Ausstattung mit Nisthilfen für Schleiereulen, Turmfalken und Singvögel will das Paar selbst in die Hand nehmen, dabei aber auf Unterstützung von Experten setzen. Zusätzlich sollen Einflugöffnungen für Fledermäuse am Trafoturm errichtet werden. Geplant ist zudem die Installation einer Kamera, die eine Beobachtung von Eulen – das wären die Wunsch-Mitbewohner von Anja Seefeld – mittels Fernseher ermöglichen könnte. „Ich wünsche mir einfach eine dauerhafte Nutzung durch die Tierwelt“, sagt der angehende „Hotelier“. Das Gelände der Turmstation soll auch weiterhin öffentlich zugängig bleiben, der Landschaftspflegeverband wird das Paar unterstützen und die enviaM im Rahmen eines Sponsoringvertrages 1500 Euro übergeben.

Von Christine Jacob

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