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Delitzsch Lober: Kein weiterer Ausbau, aber trotzdem in Behandlung
Region Delitzsch Lober: Kein weiterer Ausbau, aber trotzdem in Behandlung
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07:00 05.07.2018
Spaziergänger haben von der Brücke im Schenkenberger Park aus weiterhin viel Grün im Blick: Die LMBV sagt den weiteren Ausbau des Lobers ab. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Die Ankündigung, dass der Ausbau des Lober im Abschnitt zwischen Erzberger Straße und Schenkenberg nun doch nicht stattfindet, hatte bei Anwohnern Besorgnis ausgelöst: Was wird mit den Vernässungen? Denn bis 2015 ließ die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) in Delitzsch den 2100 Meter langen Abschnitt des Flusses zwischen der Bahnbrücke Gleisdreieck und der Brücke Rosental sanieren. Danach wurde für den nächsten Abschnitt geplant, dann wurde er gekürzt, nun kam die gänzliche Absage. Deshalb stellten sich Vertreter der Landestalsperrenverwaltung (LTV), die für den Ausbau wasserrechtlich verantwortlich ist, und vom Tagebausanierer LMBV, als Projektträger im Rahmen der Braunkohlesanierung, jetzt noch einmal im Stadtrat den Fragen.

Weiterbau bringt keine Effekte

Warum wird von den ursprünglichen Plänen abgewichen? Waren dann auch die beiden vorher ausgeführten Abschnitte falsch? „Wir haben Grundwasserspiegel und Sedimentablagerungen beobachtet, Daten in ein hydraulisches Modell eingepflegt“, erklärten Rolf Schlottmann von der LMBV und Heinz Kaiser von der LTV. „Die Bauabschnitte wurden auch gebildet, um auf die Entwicklungen des Grundwasserspiegels reagieren zu können.“ In Schenkenberg hofften jedoch viele, dass mit dem Lober-Ausbau der nach den Tagebauschließungen angestiegene Grundwasserspiegel wieder etwas abgesenkt wird. Jetzt wurde festgestellt, dass eine Fortführung des Projekts, das einen riesigen Eingriff ins Gewässer darstellt, keine weiteren Effekte in diesem Sinne bringen würde.

Grundwasser setzt Bäumen zu

„Im Moment aber fallen Bäume wegen des hohen Grundwasserstandes am Schenkenberger Wäldchen um“, kritisierte Heike Haase, Stadträtin aus der Fraktion Die Linke. Die Bäume wuchsen während der Grundwasserabsenkung des Tagebaus und kommen nun mit dem Wiederanstieg nicht zurecht.

Trotzdem ist der Lober auch lange nach der Tagebau-Ära kein Gewässer, das sich selbst reguliert, bei dem Wasserabfluss und Pflanzenbewuchs in der Waage sind. Es soll versucht werden, den Querschnitt zu verengen, um mehr Dynamik in den Durchfluss zu bringen. Baumpflanzungen sollen für Schatten in bisher sonnigen Bereichen sorgen und Pflanzenwuchs im Wasser sowie resultierende Stauerscheinungen vermindern. Der wuchernde Igelkolben soll durch gezielte Gewässerunterhaltung zurückgedrängt werden. Es sollen Ufertaschen angelegt werden, die Sedimente aufnehmen. „Wir sind von der Landesdirektion beauftragt, Maßnahmen umzusetzen, die Sediment, Belichtung und Unterhaltung berücksichtigen. Wir beginnen jetzt, dafür zu planen“, so Schlottman. Vor der Umsetzung muss jedoch ein neues Planfeststellungsverfahren laufen, müssen unter anderem die Träger öffentlicher Belange befragt werden. Zeitnah ist die Realisierung also nicht zu erwarten.

Weitere Untersuchungen

„Doch das Auenwäldchen war sonst nur im Frühjahr nass. Nun das ganze Jahr über. Irgendetwas stimmt doch da nicht“, so Heike Haase und brachte damit andere Effekte zur Sprache: Die Struktur des Untergrundes habe sich mit dem Auf und Ab des Grundwassers geändert. „Der Boden hat sich gesenkt“, vermutete Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos). „Deshalb springt auch die Loberquelle nicht mehr an.“ Deshalb richtete er die Bitte an die Planer, im Zuge des Verfahrens, „den parknahen Bereich noch einmal zu untersuchen“.

Von Heike Liesaus

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