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Delitzsch Lober unter Strom
Region Delitzsch Lober unter Strom
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18:13 20.05.2011
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Delitzsch

Wie sie das tun, mag für Außenstehende zunächst einmal nicht wie Naturschutz, sondern eher brutal erscheinen: Mit Strom im Wasser werden die Fische ruhig gestellt, mit dem Kescher geborgen, in Bottiche und später in einem Abschnitt des Lobers ausgesetzt, der nicht von den Ausbaumaßnahmen betroffen ist. Beim Elektrofischen schwimmt der Minuspol im Wasser und der Pluspol ist am Kescher des Elektrofischers angebracht, der sich mit Handschuhen gegen die Spannung schützt. Das Ganze funktioniert mit Gleichstrom bis maximal zwölf Ampere. Sobald nun der Kescher ins Wasser geführt ist, schließt sich der Stromkreis und die Fische werden durch einen Leitstrom an den Kescher  geführt und gleichzeitig betäubt. „So können große Mengen von Fischen schonend dem Wasser entnommen und gerettet werden, die Tiere nehmen dabei keinen Schaden“, erklärt Michael Binder vom Angelverband Leipzig, der mit Mitgliedern des hiesigen Angelsportvereins Delitzsch 1981 (ASV) die Elektrobefischung durchführt. „Für uns ist das eine Zusatzaktion zu den vielen Stunden Gewässerpflege, die wir ohnehin jedes Jahr betreiben“, sagt ASV-Vorsitzender Gerhard Merkel.

Nicht jeder darf so fischen: „Dafür ist eine spezielle Ausbildung und Zulassung notwendig. Zudem muss ein geprüftes Spezialgerät verwendet werden“, erläutert Michael Binder. Die Elektrofischerei wird als schonendes Verfahren auch zum wissenschaftlichen Fischfang eingesetzt, da die Bestände schnell und schonend erfasst und untersucht werden können. Bei Kanalisierung von großen Flüssen können so tonnenweise Fische gerettet werden.

Die Angeltouren auf dem Lober, die mit der Landesfischereibehörde abgestimmt sind, werden als Teil der ökologischen Baubegleitung für die Arbeiten des Bergbausanierers LMBV im Landschaftsschutzgebiet Loberaue genau protokolliert (wir berichteten). Mit den Bergungsaktionen sollen die Eingriffe in die Natur so gering wie möglich gehalten werden. Im April waren die Angler bereits zu zwei Einsätzen unterwegs, haben unzählige Fische geborgen. Am Donnerstag nun der dritte Einsatz: „Wir haben rund 100 Fische, darunter etliche Schlammpeitzger, aus dem Lober geholt und an einer ruhigen Stelle wieder aussetzen können“, zieht Michael Binder am Ende Bilanz und kündigt an: „Wir werden in diesem Jahr aber sicher noch häufiger kommen.“

Christine Gräfe

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