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Delitzsch Loberausbau in Schenkenberg zieht sich weiter hin – Beginn 2017 unwahrscheinlich
Region Delitzsch Loberausbau in Schenkenberg zieht sich weiter hin – Beginn 2017 unwahrscheinlich
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00:18 06.03.2017
Die Holzbrücke in Schenkenberg unweit der Kosebruchteiche. Hier soll nach den Plänen der LMBV der Ausbau des Lobers enden. Die Stadt Delitzsch fordert, das Gewässer bis zum Klärwerk zu sanieren. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch/Schenkenberg

Der weitere Ausbau des Lobers zwischen dem Rosental in Delitzsch und Schenkenberg wird voraussichtlich nicht in diesem Jahr beginnen. Und er wird auch nicht bis zum Delitzscher Klärwerk erfolgen, sondern nur bis zur Holzbrücke in Schenkenberg, dort, wo das Gewässer einen Rechtsknick in Richtung Kosebruchteiche macht. Darüber berichtete Gerd Motscha von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) in der Ortschaftsratssitzung in Schenkenberg, in der der Loberausbau und der Grundwasserwiederanstieg thematisiert wurden.

Zum Grundwasser räumte Motscha Gerüchte aus, dass dieses weiter ansteigen würde. Demnach sei der bergbaubedingte Grundwasserwiederansteig in Schenkenberg im Wesentlichen abgeschlossen. Allerdings schwanken die Grundwasserstände jahreszeit- und witterungsbedingt durchschnittlich um einen Meter. Unstrittig sei, dass der Wasserstand des Lobers den Grundwasserstand in Flussnähe und in der Loberaue beeinflusse, so Motscha weiter.

Einzelhaussicherung

Für Grundstücke, für die im Zuge des Grundwasserwiederanstieges Gefahren bestehen und die nicht mit dem Loberausbau gesichert werden können, führt die LMBV unabhängig von der Gewässersanierung Einzelhaussicherungen durch. „Die betreffenden Eigentümer sind von der LMBV angeschrieben worden“, sagte Motscha. 17 derartige Maßnahmen zur Gefahrenabwehr seien im Bereich Kertitz/Schenkenberg bereits abgeschossen, 12 noch planerisch in Bearbeitung. Größtenteils würden Innenabdichtungen vorgenommen, teilt die LMBV auf Anfrage mit.

Die Realisierung des letzten Abschnittes des Loberausbaus zieht sich derweil hin, denn entgegen der im Planfeststellungsbeschluss von 2009 beschriebenen Ausbauvariante, die schon in den Abschnitten von Döbernitz bis zum Rosental gewählt wurde, sieht die LMBV für das restliche Stück eine abgespeckte Form ohne den Einbau von technischen Anlagen vor. In Abwägung der Kosten und des Nutzens hat der Bergbausanierer deshalb eine Änderung des Planfeststellungsbeschlusses für den letzten Abschnitt beantragt. Die Landesdirektion Sachsen prüft derzeitig, ob die Änderung möglich ist und welche Verfahrensschritte dabei abzuarbeiten sind. Weil dies alles Zeit benötige, rechnet Motscha nicht mehr in diesem Jahr mit einem Baubeginn.

Höhere Fließgeschwindigkeit

Die beantragte Änderung betrifft die Ausbaulänge, die jetzt nur noch bis zur Holzbrücke bei Schenkenberg reicht. Ziel ist es einerseits, die Funktionsfähigkeit der bereits ausgebauten beiden Abschnitte zu sichern. Weil das andererseits eine gewisse Fließgeschwindigkeit erfordert, müssten im Abschnitt bis Schenkenberg unter anderem das Gefälle der Lobersohle und Stellen, an denen sich Schlamm und anderes Material festsetzen kann, beseitigt werden.

Viele Schenkenberger haben aber Sorge, dass bei bestimmten Bedingungen der Lober ins Dorf zurückstauen könnte, weil der Fluss in Richtung Benndorf nicht ausgebaut wird. Dieses Problem sieht auch die Stadtverwaltung. „Das wäre ein schlimmerer Zustand als jetzt“, sagte Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) im Ortschaftsrat. Deshalb hat die Stadt im Zuge die Ausbaulänge, wie im Planfeststellungsbeschluss festgehalten, gefordert.

Beeinflusst ist das Ganze ebenfalls von der immer noch offenen Entscheidung, wo der Lober künftig einmünden soll. Die LMBV favorisiere den Einlauf über den Lober-Leine-Kanal in den Seelhausener See, die Landesdirektion in den Neuhauser See“, berichtete Motscha.

Von Thomas Steingen

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