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Delitzsch Löbnitz will Petition gegen See-Versteigerung verfassen
Region Delitzsch Löbnitz will Petition gegen See-Versteigerung verfassen
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08:00 08.02.2019
Sausedlitz: Die Straße zum Seelhausener See mit Parkplatz und Slipanlage ist seit einigen Monaten fertiggestellt. Quelle: Heike Liesaus
Sausedlitz

Die Gemeinde Löbnitz bereitet eine Petition an den Bundestag vor. Sie will sich dagegen wehren, dass der für Naherholung ausersehene Uferbereich am Seelhausener See bei Sausedlitz an den Meistbietenden verkauft wird.

In dem Ortsteil wurde im vorigen Herbst vom Tagebausanierer LMBV die Zufahrtsstraße vom bereits vorhandenen Kreisverkehr in Richtung Wasser gebaut und ein geschotterter Parkplatz angelegt. An der Slipanlage führen Betonplatten ins Wasser. Das alles dient der Vorbereitung auf die künftige Nutzung des Sees, der in einem Tagebaurestloch entstanden ist. Aber die Nutzung ist noch nicht erlaubt. Erneut wird in diesem Jahr auf die Freigabe für den Gemeingebrauch gehofft, die nicht allein das Boot fahren, sondern ebenso das Baden offiziell regelt.

Naherholung

Pläne für die Naherholungsmöglichkeiten an dieser Stelle wurden schon lange geschmiedet. Aber ihre Umsetzung liegt immer noch in der Ferne. Die Gemeinde hat im November beschlossen, mit dem ausersehenen Investor einen städtebaulichen Vertrag abzuschließen. Der steht schon lange parat. Bereits vor fast drei Jahren liefen Gespräche, mit denen auch die Anwohner in die Gestaltung und Ideenfindung einbezogen werden sollten. Michael Glaser, der auch vom Schladitzer See bekannt ist, setzt in diesem Bereich auf Natur, Ruhe, Wasser, Strand. Es wurde über Übernachtungsmöglichkeiten am oder auf dem Wasser diskutiert. Doch die Planungen sind vorerst gestoppt. „Niemand will Geld und Kraft investieren, wenn er nicht weiß, ob er das Gelände überhaupt erhält“, erläuterte Bürgermeister Axel Wohlschläger (CDU) gegenüber der LVZ.

Versteigerung ist angestrebt

Die Gemeinde war davon ausgegangen, dass sie das Gebiet, so wie auf der Löbnitzer Seite geschehen, kauft und es dann an den Investor weitergibt, der es in ihrem Sinne entwickelt. „Aber nun wird von der LMBV das Versteigerungsverfahren angestrebt“, erklärte Axel Wohlschläger. Wird meistbietend verkauft, sieht die Kommune Einflussmöglichkeiten schwinden.

Wie soll es nun weitergehen? „Wir wollen aber erst einmal das Inkrafttreten des Regionalplans abwarten, in dem die Flächen für Naherholung vorgesehen sind“, so Wohlschläger im Gemeinderat. „Außerdem wollen wir mit der LMBV weiter ins Gespräch kommen. Aber das Ergebnis ist offen.“ Es sei auch bereits versucht worden, den Konflikt mit Hilfe der Bundestagsabgeordneten zu lösen. Doch die sehen keine Handlungsmöglichkeit: Das LMBV-Vorgehen ist gesetzeskonform.

Unterschiedliche Vorstellungen

„Müsste sich die Gemeinde im Zweifel mit am Bieterverfahren beteiligen? Oder am Ende mit einem ganz anderen Investoren auseinandersetzen?“, fasste Gemeinderat Heiko Wittig (SPD) verbleibende Möglichkeiten zusammen. Ein anderer Eigentümer könnte ganz andere Vorstellungen haben, als die Kommune. So sei es am Goitzsche-See zum Teil bereits passiert. „Ich sehe eine Petition als letzte Chance. Wir sollten uns jetzt überlegen, ob wir sie eventuell mit einer anderen, ebenso betroffenen Kommune an den Bund richten“, regte Wittig an. Die Gemeinde will nun bis zur nächsten Ratssitzung Ende des Monats ein solches Papier vorbereiten.

Marina in Löbnitz

Für den Löbnitzer Bereich sind die Pläne inzwischen weiter gediehen als in Sausedlitz. Ferienhäuser, Campingplatz, Gastronomie, eine Marina im kleinen Rahmen sollen entstehen. Allerdings hinkt dort die Vorbereitung der Infrastruktur hinterher.

Von Heike Liesaus

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