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Delitzsch Löbnitz will in ehemaliger Schule junge Flüchtlinge unterbringen
Region Delitzsch Löbnitz will in ehemaliger Schule junge Flüchtlinge unterbringen
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09:55 03.03.2016
Die ehemalige Mittelschule in Reibitz wird Unterkunft für unbegleitete minderjährige Ausländer. Voraussetzung: Es kommen die nötigen Fördermittel. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
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Löbnitz.

Die Gemeinde Löbnitz steht unter Termindruck. „Wir müssen heute noch unsere Stellungnahme zum Projekt Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Ausländern in der ehemaligen Mittelschule Reibitz an das Landratsamt schicken“, erklärte kürzlich Bürgermeister Axel Wohlschläger (CDU). Hintergrund: Das Soziokulturelle Zentrum Delitzsch (SKZ) will in dem ehemaligen Schulgebäude zunächst 24 junge Ausländer, sogenannte UMA, betreuen.

Für derartige Bauvorhaben gibt es derzeit Erleichterungen, insbesondere kürzere Fristen, für die Bauherren, um die Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Zum Standort der Unterkunft hatte sich der Gemeinderat bereits mehrfach positioniert, sich dafür ausgesprochen, allerdings zur Bedingung gemacht, dass das Haus später für deutsche Kinder und Jugendliche genutzt wird.

Die Löbnitzer sind zu einer Stellungnahme zum Bauvorhaben aufgefordert worden.. Die Gemeinde weist darin explizit darauf hin, dass das Außengelände der Schule unbedingt eingezäunt werden muss. Es existiere zwar bereits eine Einfriedung, doch die sei in die Jahre gekommen. Begründet wurde der Zaun zunächst mit der Betriebssicherheit der Einrichtung. Aber auch der nachbarschaftlichen Beziehungen wegen sei er dringend erforderlich, erläuterte Wohlschläger. Der Bürgermeister verwies auf die Eigenheime in unmittelbarer Nähe. Auch der Reibitzer Abgeordnete Eberhardt Ehrhardt (parteilos) befürwortete einen Zaun, nannte ihn „wichtig“, weil die nächsten Grundstücke kaum 20 Meter von der Schule entfernt liegen.

Gemeinderat Thomas Festerling (SPD) fragte in dem Zusammenhang nach, wann mit dem Beginn und dem Ende der Umbauarbeiten an der Schule zu rechnen sein wird. „Wir wollen so schnell als möglich starten“, teilte Abgeordneter Heiko Wittig,(SPD), auch im Vorstandes des SKZ tätig, mit. Er rechnet mit etwa drei Monaten Bauzeit. Der Betreiber, das SKZ, habe bereits einen Fördermittelantrag gestellt, ein Fördermittelbescheid wurde jedoch noch nicht erteilt. Auf Nachfrage bei den sächsischen Fördermittelstellen erfuhr Wittig, dass die beantragten Gelder nach wie vor beim Finanzministerium liegen, also noch nicht weitergereicht wurden. „Wenn das Geld nicht kommt, ist das Vorhaben gestorben“, kündigte Wittig ab. Damit würde dann auch die Weiternutzung der Schule in Frage stehen. Er ist sich sicher, dass das Geld für die prognostizierten etwa 1500 UMA in Sachsen da ist, „allerdings haben wir jetzt schon deutlich mehr UMA in Sachsen. Keiner weiß, ob das Geld dann reicht.“ Heiko Wittig nannte erstmals Zahlen: Für die zu erwartenden 24 jungen Ausländer stehen offenbar insgesamt 960 000 Euro zur Verfügung, um sie in angemessener Umgebung fachlich zu betreuen. 15 Betreuer werden für die 24 UMA benötigt und auch eingestellt, sicherte Wittig zu.

Die Suche nach Fachpersonal habe zwar schon in lockerer Form und noch ohne Ausschreibung begonnen, erweise sich aber als schwierig. „Wir sondieren derzeit, was der Fachkräftemarkt tatsächlich hergibt. Es stimmt, Erzieherinnen werden momentan überall händeringend gesucht.“

Zudem gebe es in der UMA-Unterkunft fünf Bundesfreiwilligendienst-Stellen (Bufdi). Wittig teilte mit, dass es in Löbnitz und den Ortsteilen genug Bewerber für die Bufdi-Stellen gebe, einige warten nur darauf, dass es endlich losgeht.

Der Gemeinderat beschloss die Stellungnahme einstimmig. Gleichzeitig widersprach Wohlschläger Informationen, wonach die ehemalige Teppichlagerhalle am Dorfrand nun doch für Flüchtlinge genutzt werden soll. „Dort ist die Unterbringen nicht vorgesehen. Anderweitige Informationen liegen mir trotz Nachfrage in der Landkreisverwaltung nicht vor“, betonte der Bürgermeister

Von Ditmar Wohlgemuth

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