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Delitzsch Löbnitzer Bürgermeister sieht Löbnitz noch nicht ganz am See
Region Delitzsch Löbnitzer Bürgermeister sieht Löbnitz noch nicht ganz am See
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08:00 16.01.2019
Axel Wohlschläger (CDU), Bürgermeister in Löbnitz. Quelle: Heike Liesaus
Löbnitz

Mit welchen Zielen geht Löbnitz ins neue Jahr? Bürgermeister Axel Wohlschläger (CDU) erklärt es im Gespräch mit der LVZ.

Wie ist das neue Jahr für die Gemeinde angelaufen?

Es war ruhig. Es kommt in die normalen Bahnen. Kleinigkeiten aus dem vergangenen Jahr sind aufzuarbeiten. Die größeren gehen wir an.

Was sind Kleinigkeiten?

Den einen stört’s, dass die Mülltonnen vor der Tür stehen, weil Abholtag ist. Dann gibt es immer wieder wilde Müllablagerungen. Es gibt tatsächlich Leute, die bringen es fertig, in der Muldeaue Bauschutt abzuladen, Müll in den Straßengraben zu schütten oder ihre Küchenabfälle auf den Friedhof zu bringen. Auch wenn dann entweder das Umweltamt des Landratsamtes, die Landestalsperrenverwaltung oder private Eigentümer zuständig sind - wer so etwas entdeckt, kommt zuerst in die Gemeindeverwaltung.

Die Natur rund um Mulde und die Tagebauseen liegt dennoch den meisten Menschen am Herzen. Die Gemeindewebsite, die seit Jahren in Betrieb ist, heißt ja auch „Löbnitz am See“. Aber so richtig am See angekommen ist Löbnitz bisher noch nicht.

Stimmt. Das hat mehrere Gründe. Zum einen das Hochwasser 2002, das die Landschaft umgestaltete und neue Planungen erforderte. 2013 war es ähnlich. Unabhängig davon: Es passiert viel über die sogenannten Paragraf-4-Maßnahmen, mit denen die Tagebausanierer die Weiternutzung vorbereiten. Im vergangenen Jahr wurde der Bootsanleger einschließlich Zufahrt in Sausedlitz errichtet. Plus der naturschutzfachlichen Ausgleichsmaßnahmen. Aber die Mühlen mahlen da sehr langsam. Es laufen viele Dinge im Hintergrund. Aber manchmal fühlt man sich wie im Hamsterrad.

Warum?

Was uns tüchtig zu schaffen macht, sind die Ausgleichsmaßnahmen. Die sind kaum noch zu leisten. Zum einen finanziell, zum anderen wegen der Flächen, die hektarweise gebraucht werden. Da werden wir irgendwann an unsere Grenzen stoßen. Die Forderungen mögen gesetzlich berechtigt sein, aber sie sind weltfremd.

Aber es geht trotzdem weiter?

In Löbnitz haben wir einen Investor gefunden, sind planerisch weiter als in Sausedlitz, hinken aber mit der Infrastruktur hinterher. In Sausedlitz muss erst einmal im Regionalplan festgelegt werden, welche Flächen für welche Nutzung zugelassen werden. In Sausedlitz jedoch stoppen die Investoren erstmal. Denn es ist nicht klar, ob sie die Flächen überhaupt bekommen. Der Tagebausanierer LMBV muss eventuell an den Meistbietenden verkaufen. Klar, dass da niemand Geld und Kraft in weitere Planungen investieren will. Aber wir hoffen, dass sich das klären lässt. Ferienhäuser, Campingplatz, Gastronomie eine Marina im kleinen Rahmen sollen am Strand Löbnitz entstehen.

Neue Löbnitzer haben solche Verzögerungen bisher nicht abgeschreckt.

Das ist wahr. Wir treffen derzeit Vorbereitungen den letzten Bauplatz, den wir als Gemeinde haben, zu veräußern. Dann haben noch private Anbieter Flächen, aber einige wollen sie auch für ihre Kinder oder Enkel aufheben.Wir bereiten aber auch noch ein neues Wohngebiet vor.

Ist denn die Infrastruktur dafür gerüstet?

Nur in Teilen. Wir beschäftigen uns mit der Vergrößerung unsere Kindertagesstätte und nach vielen kleinen Schritten auch mit der umfassenden Sanierung unseres Schulgebäudes. Das hängt ab von Fördermitteln. Wie schon zu lesen war, haben wir uns beim sächsischen Ideenwettbewerb gemeinsam mit Rackwitz beworben. Da könnten die Eigenmittel für die Schulsanierung abfallen. Wir beschäftigen uns auch mit der Kita-Erweiterung. Dafür sind noch mehrere Varianten im Gespräch.

Was wird sich in Löbnitz in diesem Jahr auf alle Fälle ändern?

Der Straßenbau in der Eigenheimsiedlung ist schon im vergangenen Jahr gestartet. In Roitzschjora wird der Fußweg und die Straße Landfeld gebaut. Für Reibitz arbeitet der Planer an der Vorbereitung für den Bau der Löbnitzer Straße. Dort soll auch die Außenanlage des im vorigen Jahr sanierten Begegnungszentrums mit dem Spielplatz gebaut werden. Bei der Hochwasserschadensbeseitigung sind wir derzeit bei der allerletzten Maßnahme, dem Weg am Muldedamm.

Interview: Heike Liesaus

Von Heike Liesaus

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