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Delitzsch Löschen funktioniert in Nordsachsen auch ohne Dorfteiche
Region Delitzsch Löschen funktioniert in Nordsachsen auch ohne Dorfteiche
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13:22 06.11.2018
Kreisbrandmeister Ingo Weber. Quelle: Dirk Hunger
Nordsachsen

Viele Dorfteiche in Nordsachsen sind in diesem Sommer ausgetrocknet. Wo bekommt nun die Feuerwehr Wasser her, wenn es mal brennt? Kreisbrandmeister Ingo Weber (48) erklärt’s im Interview.

Von vielen Dorfteichen im Landkreis sind nach dem Hitze-Sommer nur noch Pfützen übrig? Bringt das Probleme bei der Löschwasserversorgung?

Die Dorfteiche dienen selten als ständige Löschwasser-Reservoire. Dafür gibt es genormte Wasserbehälter und wo sie einmal eingerichtet sind, müssen sie auch im befüllten Zustand gehalten werden. Dorfteiche sind dagegen ohnehin meist zugewachsen oder verschlammt und damit keine zuverlässige Löschwasserreserve.

Aber bei verschiedenen Teichsanierungs-Projekten in den Gemeinden ist die Löschwasserproblematik doch immer wieder im Gespräch.

Wenn ein Teich als Löschwasserentnahmestelle für die Feuerwehr ertüchtigt wird, dann sollte er auch nicht austrocknen. Dann wird auch eine Entnahmestelle nach DIN-Vorschrift installiert. Doch die Gemeinden decken die Grundversorgung in den Ortschaften meist über Hydranten ab. Wenn das nicht möglich ist, dann gibt es entweder Brunnen oder künstliche Teiche, bei denen dann aber auch die Zufahrt für die Feuerwehr angelegt ist.

Wenn es aber genau neben dem Dorfteich brennt?

... dann wird natürlich auch nicht darauf verzichtet, Wasser zum Löschen zu entnehmen, wenn es geeignet ist. Das gleiche gilt, wenn ein Bach oder Fluss in der Nähe ist. Bei der Berechnung des Grundschutzes werden diese Wasserreservoire aber nicht herangezogen.

Sind Sie als Kreisbrandmeister mit dem Grundschutz zufrieden?

Bei größeren Städten und Dörfern ist er kein Problem. Dort ist die Versorgung meist über das Hydrantensystem gewährleistet. Das mag auf dem flachen Land nicht immer so sein. Da gibt es immer noch Bedarf. Denn das bekomme ich über die Fördermittelanträge mit, die dafür eingereicht werden.

Hat die Trockenheit ansonsten Löschwasserprobleme bereitet?

Von Juni bis Ende August gab es natürlich vermehrt Feldbrände. Natürlich gibt es dort jeweils keine Hydranten. Das Wasser muss mit den Tankwagen herantransportiert werden. In erster Linie geht es bei der Grundversorgung um den Schutz von Menschenleben. Deshalb wird nur die Löschwasserversorgung für bebautes Gebiet betrachtet. Das sieht bei Wäldern übrigens anders aus, wo wir glücklicherweise trotz der Trockenheit nur kleine Ereignisse hatten, die aber von den Feuerwehren auch schnell bekämpft werden konnten.

Dort gibt es aber auch nur selten Hydranten.

In Wäldern werden Brunnen und unterirdische Behälter vorgehalten, deren Standorte den Feuerwehren bekannt sind und die natürlich ebenfalls gefüllt sind. Dort macht die Trockenheit auch wenig aus. Bei standardisierten Teichen, die mit Folien ausgelegt sind, macht auch der Verdunstungsverlust nicht so viel aus.

Nun könnte es in den kommenden Monaten auch mal wieder anders kommen: Eis auf dem Wasser.

Das spielt keine Rolle. Dann gibt es bei Löschwasserteichen genormte Saugstellen. Die haben Steigrohre.

Interview:

Von Heike Liesaus

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