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Löschkanone fährt jetzt hinterher

Löschkanone fährt jetzt hinterher

Der Test einer Löschkanone im Gelände des Delitzscher Bahnwerkes verlief gestern erfolgreich. Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt besitzt damit ein weiteres, hocheffizientes Löschgerät, das insbesondere bei Bränden von Ölen und Fetten zum Einsatz kommen wird.

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Heiko Friedrich hält beide Steuerräder der Wasserkanone beim Probebetrieb fest in der Hand.

Quelle: Manfred Lüttich

Delitzsch. Gut 75 Arbeitsstunden investierten Bahnwerker der EuroMaint Rail Deutschland GmbH in den Bau dieses Spezialanhängers, der jetzt in den Besitz der Floriansjünger überging und einmalig in Nordsachsen sein soll.

In leuchtendem Feuerwehrrot und in Hochglanzschwarz zeigte sich der Einachsanhänger den Feuerwehrleuten. „Dieser neue Wasserwerfer wird uns im Einsatz sehr helfen können“, sagte Delitzschs Wehrleiter Dieter Franze. Er findet nur gute Worte, um die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Schienfahrzeugwerk und dem Nachfolgeunternehmen zu loben. Auf eben dieser Grundlage sei auch das Projekt Löschkanone gewachsen, das gestern seinen Abschluss fand. Unkompliziert habe Werkleiter Michael Brandhorst seine und die Hilfe der Kollegen in den Werkstätten angeboten.

Die Idee von einem solchen Löschgerät spukte den Delitzscher Brandbekämpfern schon länger durch den Kopf, auch gab es genaue Vorstellungen, wie es aussehen könnte. Als Lafette sollte das Fahrgestell eines ehemaligen Küchenzeltwagens der Delitzscher Wehr dienen. Den Wasserwerfer, der auch als Schaumkanone umgerüstet werden kann, spendierten vor einiger Zeit Feuerwehrleute aus Monheim. Die wiederum hatten einst das Gerät von der Berufsfeuerwehr Bayer Leverkusen geerbt. Eigentlich wollten die Delitzscher Floriansjünger den Hänger in Eigenregie bauen. Wegen einiger benötigter Materialien fragten sie schließlich im Bahnwerk an. Im Laufe des Gesprächs boten die Bahnwerker ihrerseits dann allerdings an, das Gerät komplett fertigzustellen. Alle Teile wurden aufgearbeitet, Dichtungen ersetzt, das Fahrgestell überholt und alles mit makellosem Lack ausgestattet. „Wo gibt es heute so etwas noch“, fragte sich Franze. Und weil das eben nicht selbstverständlich ist, überreichte Franze dem Werkleiter die Plakette „Förderer der Feuerwehr in Sachsen“.

Von der Funktionstüchtigkeit des Löschgerätes überzeugten sich bei einer Vorführung auch Delitzschs Oberbürgermeister Manfred Wilde und sein Vize Thorsten Schöne (beide parteilos). „Gut 40 Meter weit kann das Wasser aus dem Strahlrohr herausgepresst werden“, teilte Roland Sattler mit. Als Einsatzleiter kennt er die Parameter genau. Insbesondere dort, wo hohe Temperaturen beim Brand entstehen können, komme der Wasserwerfer zum Einsatz, um letztlich Personal zu schützen. Auch bei Lagerhallenbränden habe sich die Technik bereits bewährt. Schnell ist das Strahlrohr gegen ein Schwerschaumrohr ausgewechselt und kann über Zahnkranzgetriebe in alle möglichen Richtungen bewegt werden. So werde auch ein Druck von zwölf Bar in den Schläuchen fast spielend beherrschbar. Die technische Vorführung dauerte nur wenige Minuten, der Vorrat von 4500 Liter Wasser des Tanklöschfahrzeuges (TLF) Wald war schnell aufgebraucht. Dieses TLF verfügt übrigens auch über eine Löschkanone. Der Hänger mit dem Wasserwerfer kann hinter jedes Feuerwehrfahrzeug angekoppelt werden und ist dadurch sehr beweglich.

Ditmar Wohlgemuth

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