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Delitzsch Lohnt sich das Pendeln zwischen Delitzsch und Leipzig?
Region Delitzsch Lohnt sich das Pendeln zwischen Delitzsch und Leipzig?
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09:17 18.01.2019
Aktuell pendeln täglich mehr als 5000 Arbeitnehmer von Delitzsch und Eilenburg nach Leipzig – und umgekehrt. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Für alle Delitzscher, die in Leipzig arbeiten, lohnt sich das tägliche Pendeln. Zu diesem Ergebnis kommen die Redakteure des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Diese haben in einer deutschlandweiten Auswertung untersucht, in welchen Region sich das Pendeln auszahlt – und wo nicht. Aktuelle Zahlen des Statistischen Landesamts des Freistaats Sachsen untermauern das Resultat.

„Spiegel“: Pendler zahlen etwa 30 Prozent weniger für die eigenen vier Wände in Delitzsch

Die Mitarbeiter des Immobilienforschungsinstituts F+B untersuchten im Auftrag des „Spiegels“ 24 Großstädte und die angrenzenden Städte und Landkreise. Von einer Metropole zu weit entfernte Städte und Landkreise wurden ebenso wenig berücksichtigt wie Kommunen mit weniger als 25 000 Einwohnern. So steht es in dem Spiegel-Online-Beitrag vom 2. Januar.

Die Redakteure beurteilten die verschiedenen Regionen mit Sternen. Städte und Gemeinden, die sich gut zum Pendeln eignen, weil sie etwa „vergleichsweise günstige Wohnangebote bieten und über gute Verkehrsanbindungen verfügen“, hatten fünf Sterne erhalten. Nur einen Stern vergab der Spiegel für Kommunen, „die schlecht angebunden sind und kaum oder gar keinen Mietkostenvorteil bieten.“

Delitzsch erhielt im Ergebnis vier Sterne: Als positiv wird in der Auswertung der Kaufpreisvorteil für eine Eigentumswohnung gegenüber Leipzig hervorgehoben. Der Vorteil betrage bei 1155 Euro pro Quadratmeter satte 31,49 Prozent. Mieter in Delitzsch bezahlen mit 5,07 Euro pro Quadratmeter im Durchschnitt 6,28 Prozent weniger als in Leipzig.

Die Forscher nahmen auch die tägliche Fahrt in die Messestadt unter die Lupe. Für den Weg mit dem Auto berechneten sie einen durchschnittlichen Zeitaufwand von 29,18 Minuten, inklusive Stauzeiten. Pendler, die beispielsweise einen Mittelklassewagen mit Dieselmotor fahren, hätten dabei jährlich mit Kosten von etwa 5310 Euro zu rechnen – die Entfernungspauschale bereits abgezogen. Für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) berechnete das Institut einen Zeitaufwand von Bahnhof zu Bahnhof von 20,29 Minuten, bei berücksichtigter durchschnittlicher Verspätungsdauer. Die ÖPNV-Ticketkosten kalkulierten sie mit circa 1559 Euro pro Jahr.

Nordsachsen ist Pendlerland

Dass viele Delitzscher und andere der insgesamt gut 80 700 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die in Nordsachsen wohnen, diese Vorteile seit längerem nutzen und jeden Tag pendeln, zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Landesamts des Freistaates Sachsen. Auf LVZ-Anfrage teilt dieses mit, dass gut 37 150 Personen als sogenannte Auspendler gelten, die ihre Heimatgemeinde, ihren Landkreis oder sogar das Bundesland für ihre Arbeit verlassen.

Das macht deutlich: Nordsachsen ist Pendlerland. Seit 2010 ist die Zahl derer, die sich tagtäglich zu ihrem kilometerweit entfernten Arbeitsplatz von Delitzsch aus auf die Socken machen, kontinuierlich gestiegen. Waren es vor neun Jahren beispielsweise noch etwa 5750 Personen, sind es heute etwa 6400. Nicht viel anders sehen die Zahlen für Eilenburg aus: 2010 verließen 3450 Beschäftigte jeden Tag die Stadt für ihre Arbeit. Zum Stichtag der Erhebung durch das Landesamt am 30. Juni 2017 waren es bereits circa 470 mehr.

Die Zahl der berufsbedingten Pendler in Delitzsch steigt: Hinter dem Kultur- und Sportzentrum entsteht aktuell ein neuer Park-and-Ride-Platz. Quelle: Wolfgang Sens

Allein die Auswertung in Bezug auf Leipzig zeigt: Vergleichsweise viele Pendler in Richtung der Messestadt leben in den Gemeinden, die günstig gut an sie angebunden sind – sei es an das Netz der Mitteldeutschen S-Bahn, an die Bundesstraßen 2 oder 184 beziehungsweise an der Autobahn. So bewegen sich allein aus Delitzsch rund 2600 Menschen für den Job nach Leipzig. Auch die Eilenburger (1420), Rackwitzer (975), Jesewitzer (560), Krostitzer (750) und Wiedemarer (634) sind stark in diese Richtung orientiert. Noch mehr der Großstadt verbunden sind – aufgrund der räumlichen Nähe und wohl auch ihrer Anbindung an das Straßenbahnnetz – außerdem Schkeuditz (3100) und Taucha (3550).

Aber auch andersherum werden die guten Anbindungen genutzt: Aus Leipzig pendeln beispielsweise 781 Beschäftigte nach Delitzsch, 444 nach Eilenburg und 187 nach Bad Düben. Aber auch hier liegen Schkeuditz (6100) und Taucha (1500) weit vorn.

Von Mathias Schönknecht

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