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Delitzsch Lokalpolitiker kündigen Widerstand gegen Militärflüge in Roitzschjora an
Region Delitzsch Lokalpolitiker kündigen Widerstand gegen Militärflüge in Roitzschjora an
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00:00 06.04.2010
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Kreisgebiet

Der Löbnitzer SPD-Fraktionchef Heiko Wittig will gegen das Vorhaben kämpfen. Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) sieht die Kurstadt gefährdet. Es mutete wie ein Aprilscherz an, was die Delitzsch-Eilenburger Kreiszeitung am Donnerstag vermeldete. Und viele, nicht nur in der Gemeinde Löbnitz, hielten die beabsichtigte militärische Nutzung des Flugplatzes in Roitzschjora schlichtweg für einen Scherz. Doch weit gefehlt, denn in der Tat prüft das sächsische Ministerium für Wirtschaft und Arbeit einen Antrag der Bundeswehr, in Roitzschjora Transportmaschinen des Typs Transall (C-160) zu Übungszwecken starten und landen zu lassen. Auch im Gemeinderat von Löbnitz wurde diese Absicht bereits debattiert (wir berichteten). Über das Osterwochenende erreichteten die Kreiszeitung zu diesem Thema erste Reaktionen. Danach findet es der Löbnitzer und Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Heiko Wittig „unglaublich“, dass der Gemeinderat nicht direkt informiert wurde, sondern von diesem Vorhaben erst in einem Schreiben des Betreibervereins Fliegerklub Roitzschjora Kenntnis erhielt. In einer ersten Reaktion der Löbnitzer SPD-Fraktion kündigte Wittig an, alle Kräfte zu sammeln, um gegen die Pläne vorzugehen. „Wir sind ein touristisches Gebiet, geben als Gemeinde Geld für die Naherholung aus und wollen unseren See als Badegewässer entwickeln. Die Pläne der Bundeswehr passen nicht zum nahen Naturpark Dübener Heide“, so Wittig. Außerdem läge die Wohnbebauung von Roitzschjora nur 500 Meter weit weg. Unverständlich ist für Wittig auch, dass Fliegerklubchef Gerold Weber eine Zusage geben konnte, ohne vorher den Gemeinderat gehört zu haben. Die Sozialdemokraten wollen nun abwarten, wie sich Landratsamt und Landesdirektion positionieren. Der Löbnitzer Bürgermeister Axel Wohlschläger (CDU) bekräftigte auf Anfrage der Kreiszeitung nochmals, dass die Gemeinde nicht von vornherein gegen die Pläne sei. Die Kommune fordere aber für sich das Recht zum Einschreiten, wenn die Lärmbelästigung zu hoch sei. „Wenn es politisch gewollt ist, dass deutsche Soldaten nach Afghanistan geschickt werden, dann müssen sie dafür auch trainieren können“, so das Löbnitzer Gemeindeoberhaupt. „Richtig aus der Kalten“ hat die Nachricht am Karfreitagmorgen Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster erwischt. „Ich ging eindeutig von einem Aprilscherz der Leipziger Volkszeitung aus, bis mich ein Anruf von Heiko Wittig ereilte“, sagte Münster. „Wir wussten davon gar nichts und ich als Bürgermeisterin einer Kurstadt werde das auch nicht so hinnehmen. Ich sehe hier die Entwicklung unserer Stadt im touristischen und im Kurbereich massiv gefährdet“, so Münster weiter, zumal es bereits in den Stadtteilen Schnaditz, Tiefensee und Wellaune Bürger gebe, die sich wegen Maschinen, die Kurs auf den Flughafen Leipzig/Halle nehmen, beschweren, weil diese relativ tief fliegen. „Ich rechne mit erheblichen Widerstand aus der Bevölkerung und bin am Überlegen, einen Sonderstadtrat einzuberufen“, sagte Münster. Sie wolle gar ihren geplanten Urlaub verschieben. „Bei jedem Thema werden Träger öffentlicher Belange gehört und hier nicht. Das kann ich nicht nachvollziehen.“

Thomas Steingen und Nico Fliegner

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