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Delitzsch Lynne Eichhorst spielt mit 8 bis 12-Jährigen in Reibitz Shakespeare
Region Delitzsch Lynne Eichhorst spielt mit 8 bis 12-Jährigen in Reibitz Shakespeare
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14:00 15.07.2017
Zwischen acht und zehn Jahre alt sind die 30 Kinder mit denen Lynne Eichhorst (Mitte) Shakespeare spielt. Quelle: Manuel Niemann
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Reibitz

Es sind Ferien. Für rund 30 Kinder bedeutet dies, weg zu sein von Zuhause im Ferienlager im Schullandheim Reibitz. Debora Glewe, die pädagogische Leiterin in Reibitz, versucht neben den klassischen Ferienlagererfahrungen wie Neptunfest oder Nachtwanderung, auch immer das Programm zu wechseln, gerade für Kinder, die wiederkommen. In diesem Jahr stehen die beiden Lager, die das Landschulheim organisiert hat, ganz im Zeichen der Künste: Es gibt ein Theater- und später ein Musikprojekt.

„Sommernachtstraum“: Elfenkönig Oberon und Puck sind in Reibitz Brüder

Ersteres, das mit dem BAFF Theater Delitzsch realisiert wird, führt dazu, dass der 12-jährige Toni und der 10-jährige Henri in Leggins beziehungsweise mit einer Fellmütze bedeckt Rede und Antwort stehen. Das zwickt und ist bei den heißen Temperaturen nicht angenehm, aber gehört zur Rolle. Die beiden geben den Oberon und Puck in von Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“. „Ich war schon einmal hier und habe Theater gespielt“, erzählt der ältere Toni. Lampenfieber, wenn sie später das Stück vor ihren Eltern aufführen, kennen sie beide daher nicht. Lynne Eichhorst, die das Stück mit den Kindern innerhalb einer Woche einstudiert hat, erfährt bei dieser Gelegenheit, dass die hellwachen, aber grundverschiedenen Jungs Brüder aus Zwenkau sind.

Kindgerechter, stark gekürzter Text

Solche kleinen Naturtalente brauche sie bei ihrer Arbeit. „Es kostet sehr viel Energie, aber dann funktioniert es“, sagt sie. Den umfassenden Stoff habe sie extrem gekürzt, „aber auf ein, zwei Sätze konnte ich nicht verzichten.“ Schwierige Wendungen wie der „hartherzige Magnet“, der im Shakespeare-Text auftaucht, kläre sie mit den Kindern, sodass diese das sprachliche Bild verstehen können. Dabei setzt sie auch Kinderbuchillustrationen ein. „Ich denke, dass wir einigen Kindern so den Zugang zum Theater gelegt haben“, sagt die 30-jährige, die selbst zwei Kinder hat. Sie ist Absolventin der Theaterakademie Sachsen. Von 2009 bis 2012 erlernte sie in Delitzsch das Schauspielhandwerk, das sie jetzt ausübt oder in Reibitz und Halle an der Saale eben Kindern weitervermittelt. „Man darf Kinder nicht unterschätzen. Es ist nicht so, dass sie nicht interessiert sind“, sagt sie, „Lyrik beißt ja nicht.“ So beobachtet sie auch Kinder, die sich einfach noch nicht trauen, das Alter noch nicht haben, aber vielleicht beim nächstem Mal mutiger sind – im Schullandheim oder wenn Shakespeare auf dem Lehrplan steht.

Von Manuel Niemann

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