Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Manfred Sacher veröffentlicht sein fünftes Buch „In den Klauen der Stasi“

Manfred Sacher veröffentlicht sein fünftes Buch „In den Klauen der Stasi“

Delitzsch. „Ich bin davon felsenfest überzeugt: Alles, was ich hier niedergeschrieben habe, ist tatsächlich so passiert", sagt Manfred Sacher.

. Der Delitzscher Hobby-Autor vollendete kürzlich sein fünftes Buch und brachte es auf den Markt. „In den Klauen der Stasi" heißt der Roman, der im Engelsdorfer Verlag erschien und bereits in den Buchhandlungen der Region zu haben ist.

Sacher ist verlagstreu. Mit den Engelsdorfern habe er bisher „nur gute Erfahrungen gemacht", betonte der Delitzscher Romanautor und gab deshalb auch sein fünftes Buch in die dortigen Hände. Gut ein halbes Jahr habe er an dem 244 Seiten umfassenden Titel geschrieben. „Es ist ein authentisches Werk", so der Delitzscher. „Es geht darin um Günter Wiegand, der sein Leben offenlegt. Es ist keine Abrechnung mit der damaligen Zeit. Sein Erlebtes soll aber dazu beitragen, Vergangenes besser zu verstehen und aufzuarbeiten", erklärt Sacher.

Der Kontakt zu dem Mann, der in den Klauen der Stasi war – deshalb auch der Buchtitel – ist eher zufällig entstanden. Regelmäßig kommt Wiegand in die Region, in der er einst lebte und entspannt hier tageweise. Da wird mit diesem und jenem geredet. Einem fiel dann auf, dass die Geschichte vielleicht doch interessanter sein könnte, als bislang erwartet.

Als Sacher schließlich von dem heute bei Nürnberg lebenden Mann hörte, bewegte sie ihn so sehr, dass er nicht lange überlegen musste, das Thema aufzugreifen und zu verarbeiten. Auch Wiegand willigte ein, die Hauptperson in einem Roman zu werden.

Die geschilderten Begebenheiten seien wirklich passiert, auch die handelnden Personen gebe es tatsächlich. „Ihre Identität habe ich aber fast vollständig geändert – aus rechtlichen Gründen. Nur die Hauptperson, Günter Wiegand, behielt seinen richtigen Namen", erklärte der Hobby-Autor. Immer wieder habe er sich mit dem Mann getroffen, teils stundenlang ihm zugehört, sich schriftliche Notizen, auch Tonbandaufzeichnungen gemacht. Wiegand versprach ihm in die Hand, dass jedes Detail stimmt und er es auch belegen könne. „Alles nachrecherchieren konnte ich natürlich nicht, ich glaube ihm einfach", bekannte Sacher.

Wiegand erzählt eine Geschichte, von denen es zu DDR-Zeiten derer sicher viele gab und die heute mitunter totgeschwiegen werden – aus welchen Gründen auch immer. In dem Buch ist zu lesen, wie der Junge aus einfachem Haus gegen seinen Willen den Beruf eines Klempners erlernen musste. In der FDJ kommt er mit den hierarchischen Strukturen nicht zurecht. Aus seiner Abneigung zur Staatspartei, der SED, machte er keinen Hehl. Sportlich hingegen ist Wiegand ein Ass. Im Ausdauerlauf machte ihm kaum einer etwas vor. Er wurde gefördert, kam zur Armee und diente in der Sportkompanie, die ihm zusätzliche Trainingszeiten ermöglichte. Die Offizierslaufbahn schlägt er ebenso aus wie das ihm angebotene Sportlehrer-Studium an der DHfK in Leipzig. Dafür hätte Wiegand SED-Mitglied werden müssen. Stattdessen wird er Fußbodenleger und lernt während eines Festes die Rostockerin Rita, eine passionierte Balletttänzerin, kennen. Er folgt ihr an die Küste. Erste Gedanken von einer Flucht aus der DDR kommen bei Wiegand auf. Sie wird geplant und gelingt. Doch Rita ist nicht dabei. Um sie nachzuholen, geht er zurück. Rita informiert allerdings die Stasi. Wiegand wird noch vor dem Rostocker Rathaus verhaftet. Ein Martyrium beginnt. Ohne Umschweife wird darüber schnörkellos berichtet. Auch darüber, dass Wiegand neun Monate im Gefängnis in Schwerin saß. „Ich bin gern bereit, vor Schulklassen oder anderswo aus dem Buch vorzulesen und anschließend darüber zu diskutieren", bietet Sacher an. Ihm sei ohnehin aufgefallen, dass einheimische Autoren eher wenig bei literarischen Veranstaltungen in der Stadt vertreten sind. Das ärgere ihn schon länger und würde es gern ändern.

Ditmar Wohlgemuth

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Delitzsch
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Geld für Vereine der Region
    Mikrologo Angestust

    Mit der Aktion „Angestupst“ unterstützen LVZ und Sparkasse Leipzig die Vereine der Region. Die nächste Runde läuft - jetzt mitmachen und bewerben! mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus den Städten und Gemeinden. mehr

19.08.2017 - 05:12 Uhr

Hochspannung beim Auftakt der Nordsachsenliga / Mügeln peilt in Beilrode die ersten Punkte an

mehr
  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr