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Delitzsch Marc und die DSL-Frage
Region Delitzsch Marc und die DSL-Frage
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10:34 24.12.2009
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Halle/Rackwitz

„Klar war ich aufgeregt“, gestand der 16-Jährige nach der Radio-Live-Sendung im halleschen Sputnik-Studio. „So was erlebt man ja nicht alle Tage.“ Kurz zuvor hatte der Schüler der Bundeskanzlerin die für einen Rackwitzer in diesen Tagen fast schon existenzielle Frage gestellt: „Wann gibt es DSL für alle, auch für die Menschen auf dem Land?“

Die Lehrer würden häufig sagen: Holt Euch das aus dem Internet. „Und wenn ich dann mit den Schultern zucke, heißt es: ,Pech gehabt’“, erzählte Marc. Dann müsse er zu Freunden, lange Wege in Kauf nehmen und es dauere schon mal bis 22 Uhr, bis er alle Schularbeiten erledigt habe.

Merkel, die aus dem Ber- liner ARD-Hauptstadtstudio zugeschaltet war, antwortete knapp. Sie kenne das Problem, es beträfe ja auch Firmen, Selbstständige und viele andere. Auf die Schnelle habe auch sie keine Lösung. „In zwei bis drei Jahren wird jeder Haushalt DSL haben“, versprach sie. Schon im nächsten Frühjahr würden die Weichen dafür gestellt. „Dann werden Radiofrequenzen frei, die DSL-Anbieter nutzen können.“ Eine Antwort, die Gymnasiast Marc schon kannte – und die ihn nicht befriedigte. „Ich hätte mir eine schnellere Lösung gewünscht. In zwei Jahren bin ich mit der Schule fertig.“ Und wenn er dann wie geplant Informatik studiert, müsse er ohnehin fort aus Rackwitz.

Nach dem Kanzlercheck war für Marc noch nicht Schluss. Das Fernsehen wollte noch ein Statement fürs Mittagsmagazin. Später stieg der Teenager dann in das vom Sender bereit gestellte Auto. Er wurde nach Hause gebracht. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln wäre die Reise zu lang ausgefallen. Heute aber wird Marc wieder in die Bahn steigen und ins Ehrenberg-Gymnasium nach Delitzsch fahren. Ethik und Geschichte muss er nachholen.  

Gerald Perschke

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