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Matschfußball: Spiel für echte Männer und Frauen

Matschfußball: Spiel für echte Männer und Frauen

Bauer Willi Schulze hat seinen Acker wieder und die Deutsche Meisterschaft im Matschfußball 2012 in Wöllnau hat einen Sieger. Das Team City Boot Camp Leipzig (CBCL) holte sich die begehrte Schale im Wettstreit mit einem Dutzend Mannschaften.

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Die Wöllnauer Raupe im Matsch.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Wöllnau. Erstmals traten zwei Frauenteams an. Erst im Siebenmeter-Schießen gewann die Leipziger Frauencrew gegen das Eilenburg-Authausen-Mix.

Super sauber mit einmal waschen, verspricht die Werbung. Bei den Klamotten, die die Akteure beim Matschfußball tragen, trifft das ganz sicher nicht zu. Die landen nicht mehr in der Waschmaschine. Auch das viel strapazierte Bild, dreckig wie die Schweine, stimmt in diesem Fall nicht, wenn man sich die Spieler nach absolviertem Spiel ansieht. Man würden den Vierbeinern wirklich unrecht tun. Teils knietief ist die braune Suppe, die den Spielern jeden Gang und jedes kontrollierte Abspiel vermiesen. Stephan Guth, Cheforganisator auch der vierten Deutschen Meisterschaft, hat da ganze Arbeit geleistet. Vielleicht hat er es zu gut gemeint? Um die 60 000 Liter Wasser flossen in den gepflügten und geeggten Acker und machten ihn zu dem, was er werden sollte: Matsch der besonderen Art. Jedenfalls konnte sich der Lokalmatador, das Wöllnauer Team, nur in der Vorrunde als Dritter behaupten, die Titelverteidigung vom Vorjahr war damit futsch. Guth siehts sportlich: „So hatte ich Zeit, mich um die anderen, ach wichtigen Dinge zu kümmern." Längst hat er den Ärger um die abgesagt Weltmeisterschaft abgehakt (wir berichteten). Und dann gesteht er, was man kaum glauben mag: „Das Spiel geht richtig in die Knochen." Eine Erkenntnis, die auch Silvio Tietze aus Dresden ungern teilt, „aber es ist so." Der 28-Jährige ist das dritte Mal dabei. „Man muss man nicht verrückt sein, um nach Wöllnau zu kommen?", fragte er sich und wusste die Antwort: „Das ist ein Sport für richtige Männer." Für die „Schwererziehbare" Turbine Dresden-Crew war das Wöllnauer Turnier zugleich der Abschluss für die Saisonvorbereitung. Robert Siegesmund aus Paschwitz, noch ganz außer Atem, gab sein erstes Fernsehinterview. Wiedererkennungswert ungewiss. Er trug noch seine Schlammmaske. Ohne Verluste bestritt Marcel Westphal und Daniel Thalheim vom Team Ultras Morelle das Turnier. Dank spezieller Klebbandtechnik blieben die Schuhe am Fuß. Nicht nur ihnen kam die neue Spielzeit von zweimal zehn Minuten zugute. Stephan Guth hatte sie verkürzt, um die vielen Begegnungen zeitnah über den Acker zu bringen. Das sportlich-kulturelle Spektakel im Dorf zog reichlich Besucher in den Bann, die zuweilen unfreiwillig in die Aktionen einbezogen wurden. Mancher Ball flog eben doch nicht dorthin, wo er sollte, landete auch im Publikum. Das nahm es gelassen. Freute sich über das, was auf schlammigem Boden passierte. Mitnichten blieben die Trikots lange in ihren Farben, eine braune, klebriger Masse verdeckte sie schnell und ließ von dem Body darunter kaum etwas verbergen. Ging bei dem einen oder anderen Akteur der Ehrgeiz durch, so bremste man sich gegenseitig. „Hey, es soll Spaß machen, Montag müssen wir alle wieder arbeiten." Gehört, getan. Es ging friedlich zu auf dem Geläuf, das selbiges kaum zuließ. Ergebnisse: 1. HF: Paschwitz – Wide Lions 2:0 (n.E), 2. HF Turbine Dresden – Boot Camp 0:1 (n.E.), Spiel um Platz drei: Lions – Turbine 2:0, Finale: Paschwitz – Boot Camp 1:2.

Ditmar Wohlgemuth

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