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Mehr Betten kontra Brandschutz im Ausländerheim Wiedemar

Ausbau Mehr Betten kontra Brandschutz im Ausländerheim Wiedemar

Das Ausländerheim in Wiedemar, im ehemaligen Grünen Hotel eingerichtet, soll mehr Betten bekommen. Statt der jetzt 60 sollen dann 70 Plätze zur Verfügung stehen. Einen entsprechenden Antrag lehnte der Gemeinderat Wiedemar ab. Begründung: Der Brandschutz sei nicht ausreichend. Jetzt soll ein Fachmann die Situation prüfen.

Das ehemalige Grüne Hotel in Wiedemar ist heute Unterkunft für Asylbewerber und andere Ausländer.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Wiedemar. Die Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber und andere ausländische Flüchtlinge im ehemaligen Grünen Hotel in Wiedemar soll eine höhere Kapazität bekommen. Statt der bisherigen Obergrenze von 60 Personen sollen künftig bis zu 70 Menschen hier eine vorübergehende Bleibe finden. Eine entsprechende Nutzungsänderung stellte die in Grimma ansässige Asyl-Betreuungs- und Beherbergungs Gesellschaft (ABUB).

Auf 70 Betten erhöhen

Auf Anfrage beim Amt für Migration und Ausländerrecht Nordsachsen bestätigte Patricia Groth grundsätzlich den Antrag der ABUB, die Kapazitätsanpassung auf 70 Betten zu erhöhen. Der Vorgang liege derzeit beim Bauordnungs- und Planungsamt der Landkreisverwaltung Nordsachen.

Gemeinderat lehnt ab

Die Gemeinde Wiedemar hatte sich in einer der jüngsten Ratssitzungen mit dem Thema auseinander zu setzen. So wurde beispielsweise darüber informiert, dass die Erhöhung der Bettenzahl dadurch möglich wird, dass bisher nicht genutzte Räume ohne Umbaumaßnahmen als Unterkünfte dienen könnten. Der Gemeinderat sprach sich gegen den Bauantrag aus und begründete den Schritt in erster Linie damit, dass der Brandschutz nicht in der erforderlichen Form gesichert sei. Der Antragsteller berief sich zwar auf die Baugenehmigung vom 8. Januar 2016 und das damit einhergehenden Brandschutzkonzept, das im Mai dieses Jahres fortgeschrieben wurde, doch die Gemeinderäte fanden die Festlegungen nicht ausreichend. Auch wenn im ganzen Haus Rauchverbot herrscht, sei es immer mal wieder zu Verstößen und Alarmierungen der Feuerwehr gekommen, war in dem Zusammenhang zu erfahren.

Landkreis pachtet für zehn Jahre

Eine LVZ-Anfrage beim ABUB, warum eine Bettenzahlerhöhung nötig sei, wurde nicht beantwortet, stattdessen an die Behörde verwiesen. Der Landkreis hat das Gebäude für zehn Jahre gepachtet.

Wie Patricia Groth mitteilte, befände sich der Bauantrag der ABUB in Bearbeitung. „Die Prüfung des Brandschutznachweises wurde einem Prüfingenieur für Brandschutz in Auftrag gegeben. Sie ist noch nicht abgeschlossen“, informierte die Amtsleiterin. Zu diesem Prozess gehöre auch die Beteiligung der örtlichen Brandschutzbehörde, der Gemeinde Wiedemar. Die Gemeinde verfüge über bauplanungsrechtliche Mittel und Möglichkeiten, auf die Bebauung innerhalb des Bebauungsplanes Einfluss zu nehmen. Die Flüchtlingsunterkunft befindet sich in einem rechtskräftigen B-Plangebiet.

Selbstversorger im Haus

Ob das Ausländerheim erweitert werden muss, weil der Flüchtlingsstrom zugenommen habe, darauf gab es aus der Landkreisbehörde keine Information.

Im ehemaligen Grünen Hotel in Wiedemar sind ausschließlich alleinreisende Männer untergebracht, die Ein- und Zwei-Bett-Zimmer bewohnen. Sie müssen sich selbst versorgen, bekommen dafür Geld, dass dem monatlichen Hartz-IV-Regelbedarf entspricht. Das sind derzeit 416 Euro. Zum Kochen steht den Männern eine Gemeinschaftsküche zur Verfügung. Im Haus wird die Wäsche zentral gewaschen, allerdings auch gegen Bezahlung. Für die Sauberkeit in den Zimmern müssen die Bewohner selbst sorgen. Um die Bewohner zu beschäftigen, werden sie zu kleineren Arbeiten, wie Malertätigkeiten, herangezogen.

Mitte 2016 wurden die ersten Ausländer im Haus aufgenommen. Es waren 29 und die kamen aus Syrien, Marokko und Afghanistan. Die Zahl der Belegung schwankt regelmäßig, auch die Nationalitäten sind nicht nur auf diese drei Länder begrenzt.

Von Ditmar Wohlgemuth

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