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Delitzsch Mehr Interessenten als Plätze: Im Delitzscher Osten entsteht ein neues Wohngebiet
Region Delitzsch Mehr Interessenten als Plätze: Im Delitzscher Osten entsteht ein neues Wohngebiet
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10:58 15.03.2018
Das Areal (rot markiert) ist mit rund 5800 Quadratmetern recht klein. Quelle: Stadtverwaltung Delitzsch
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Delitzsch

Wenn Delitzsch aktuell an eines denkt und eines zu brauchen glaubt, dann ist das Bauland. Die Nachfrage nach Baugrundstücken bleibt so groß wie der Zuzug, der Immobilienmarkt gilt als ausverkauft. Die Stadt reagiert. Am Dienstagabend hat der Stadtrat den nächsten Entwurf eines Bebauungsplans einstimmig gebilligt. So viel Platz wie mancher Hausbauwilliger erhofft, entsteht aber nicht.

Knapp 5900 Quadratmeter groß ist das Gelände für das neue Wohngebiet „Lauesche Straße“ im Delitzscher Osten. Im Dreieck von Lauescher und Dübener Straße direkt hinter der Kindertagesstätte St. Franziskus ist es seit Jahren ungenutzt. Hatten sich andere Interessenten jahrelang vergeblich um einen Kauf bemüht, geht es nun im Zuge des Baubooms voran. Die Nebengebäude, die dort einmal standen, sind inzwischen abgerissen, außer Bäumen und Hecken stört wohl erstmal nichts mehr künftigen Eigenheimträumen – und weitgehend grün und wenig versiegelt soll es auch bleiben.

Kleine Grundstücke

Eine „lockere, durchgrünte Bebauung“ ist Grundlage des Plans. Maximal sieben Einzelhäuser auf 634 bis 862 Quadratmeter großen Grundstücken sollen entstehen. Und mehr als Eingeschossigkeit ist nicht drin, das Dachgeschoss könnte teilweise ausgebaut werden. „Eine Zweigeschossigkeit macht gerade für Familien durchaus Sinn bei so kleinen Grundstücken“, kritisierte Thilo Wolff (CDU) die bisherige Planung. Die müsse aber so bleiben, argumentierte Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos), denn die Bebauung soll sich einfügen. Die Stadtverwaltung selbst hatte noch lange damit gerechnet, überhaupt keinen Bebauungsplan zu brauchen, wurde von übergeordneten Stellen eines Besseren belehrt und muss nun die Tippel-Tappel-Tour nehmen.

Delitzsch soll sinnvoll wachsen

Geht es nach der Verwaltung, soll Delitzsch beim aktuellen Zuzugsboom lieber in sich als nach außen auf die grüne Wiese wachsen. Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) sieht lieber innerstädtische Brachen erschlossen als neue Wohngebiete auf Feldern am Stadtrand ausgewiesen. Das habe zudem den Vorteil, dass Infrastruktur bereits vorhanden ist. So wie im Fall des Gebiets an der Laueschen Straße: Trinkwasserleitung, Elektroenergie- und Gasversorgung sind schon da. Entsorgungsleitungen für Schmutz- und Regenwasser müssen in Folge der Neuaufteilung des Grundstücks erschlossen werden – was aber schnell zu lösen sei. Entstehen wird zudem eine neue zirka 70 Meter lange Stichstraße mit Wendehammer.

Vor dem nächsten Frühjahr allerdings ist wohl kaum mit ersten Bautätigkeiten der Interessenten zu rechnen. Zuerst müssen noch weitere bürokratische Mühlen mahlen, steht die öffentliche Auslegung des Plans, die Beteiligung Träger öffentlicher Belange und erst dann der Abschluss an – eine Formsache, die Zeit braucht. Da werden sich all jene in Geduld üben müssen, die bereits unruhig ums Bauland tigern. Schon jetzt seien deutlich mehr Anfragen als überhaupt Bauplätze vorhanden, schildert Wilde. Bei einem Bevölkerungsplus von 235 Personen 2016, viele im klassischen Häuslebauer-Alter, ist Sturm auf Bauland nur logisch.

Von Christine Jacob

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