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Delitzsch Mehr als 100 Kinder in Warteposition für Kitas und Horte: Delitzsch muss erweitern
Region Delitzsch Mehr als 100 Kinder in Warteposition für Kitas und Horte: Delitzsch muss erweitern
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12:06 19.02.2018
In der Kita Freundschaft sollen dieses Jahr 23 zusätzliche Krippenplätze entstehen. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Die Kinderbetreuung in Delitzsch entwickelt sich immer mehr zur baulichen Herausforderung. In mehreren Einrichtungen sind dieses Jahr Erweiterungen geplant, soll die Kapazität steigen. Die Stadtverwaltung sucht zunächst nach Übergangslösungen, weil die Zeit drängt. Auf längere Sicht wird, nach Kostenabwägung und Stadtratsdebatte, auch ein Neubau nicht ausgeschlossen.

Die aktuellen Zahlen sprechen für sich. Allein im Bereich der Kindertagesstätten reihen sich derzeit 150 Kinder auf der Warteliste – bezogen auf alle Einrichtungen im Stadtgebiet. Zwar finden sich auf dieser Liste auch Mehrfachanmeldungen, weil sich einige Eltern vorsichtshalber in mehreren Kitas vormerken ließen, schildert Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos). Und es seien auch Anmeldungen dabei, die erst im nächsten Kita-Jahr relevant werden. Trotzdem klaffe eine Differenz zwischen voraussichtlichem Bedarf und vorhandenem Platzangebot. „Das Defizit im Kita-Bereich beläuft sich auf etwa 60 Plätze“, so Wilde. Noch vor ein, zwei Jahren sei das in dieser Dimension nicht absehbar gewesen. „Die Prognosen sind von der Realität überholt worden. Delitzsch erlebt einen starken Zuzug gerade auch von Familien mit Kindern.“

Es muss investiert werden, möglichst schnell. In der Kindertagesstätte Freundschaft in der Johannes-R.-Becher-Straße hat die Stadt bereits Vorkehrungen getroffen. Im vergangenen Herbst zog der Seniorentreff der Arbeiterwohlfahrt aus, der in einem Gebäudeteil untergebracht war. Stattdessen werden dort 23 zusätzliche Krippenplätze geschaffen. Die Fördermittel für den entsprechenden Umbau seien beantragt. Heute treffen sich die nordsächsischen Bürgermeister wieder zur Beratung, dort möchte Wilde noch einmal um Priorität werben – die nötigen Gelder, die Bund und Freistaat zur Verfügung stellen, sollen vom Landkreis nach Delitzsch gelenkt werden.

Der Ausbau der Kita Freundschaft würde ein wenig Entlastung bringen, reicht aber nicht aus. Auch das Kinderhaus Regenbogen ist für eine Erweiterung im Fokus. Und noch mehr Ideen müssen her, auch Übergangslösungen. „Wir arbeiten in dieser Hinsicht mit den Schulen, Kitas und dem Landesjugendamt zusammen“, sagt Wilde. Insbesondere im Delitzscher Osten ist es eng geworden. Das gilt auch für das Hortangebot. Bei der Nachmittagsbetreuung für Grundschüler fehlen laut Stadt 35 Plätze – nicht akut, sondern mit Blick auf den Beginn des nächsten Schuljahres, für das bereits die Hortanmeldungen vorliegen. „Wir würden deshalb gern übergangsweise Hortplätze in der Grundschule Ost integrieren.“ Da der Unterricht vormittags stattfindet, sind die Räumlichkeiten an Nachmittagen weitgehend ungenutzt. „Mit Multifunktionsräumen ließe sich einiges lösen. Das wäre nicht nur im Hinblick auf die Unterbringung sinnvoll, sondern auch aus energetischer Sicht.“ Voraussetzung wäre allerdings eine Zustimmung des Landesjugendamtes. Denn solche Mehrfachnutzungen gelten allgemein als nicht zulässig – über die Sinnhaftigkeit dieser Regelung wird seit Langem gestritten.

„Fakt ist: Wir wollen nicht, dass Delitzscher Eltern ihren Arbeitsplatz verlieren, weil sie ihre Kinder nicht unterbringen können“, betont Wilde. „Wir haben dieses Jahr eine Menge vor uns.“ Kommentar

Von Kay Würker

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