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Mehr als 2000 Straftaten - doch die Lage ist "sicher"

Mehr als 2000 Straftaten - doch die Lage ist "sicher"

2166 Straftaten gab es 2014 in der Loberstadt, 1045 Diebstahlsdelikte - Einbrüche mit eingerechnet - sind bereits darunter. Insgesamt stagniere in Delitzsch die Zahl der Straftaten, so Polizeirevierleiter Klaus-Dieter Kabelitz.

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Gerade Radfahrer, die sich so wie hier mit dem Fahren auf dem Gehweg in der Eilenburger Straße Rechte herausnehmen, bereiten der Polizei viel Arbeit.

Quelle: Wolfgang Sens

DELITZSCH. Gemeinsam mit dem Ordnungsamtsleiter Oliver Schulze war er am Donnerstag angetreten, vor dem Stadtrat zu berichten, wie es um Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit in Delitzsch bestellt ist. Die Botschaft: "Nicht schlecht."

Die Aufklärungsrate sei auf über 50 Prozent gesteigert worden, führte Kabelitz an. Schwere Straftaten seien in Delitzsch die Ausnahme, seit Jahren gibt es weder Morde noch Totschlagsdelikte. "Allerdings steigen einige Deliktbereiche durchaus an", so der Revierleiter. So stieg die Zahl der Körperverletzungen von 173 im Jahr 2009 auf 233 solcher Straftaten im vergangenen Jahr. Bei den gestiegenen Diebstahlszahlen - von 952 (2009) über 1233 (2012) und nun 1045 im vergangenen Jahr - sei der Diebstahl von Fahrrädern eine wichtige Position. 258 Mal passierte dies allein 2014.

Einem weit verbreiteten Vorurteil - gerade beim Radklau gerne bedient - nahm Kabelitz den Wind aus den Segeln: Mit einem Anteil von zirka elf Prozent aller ermittelten Täter beim gesamten Straftatenkomplex sei die Anzahl von Asylanten "eher durchschnittlich". "Leider wird das Zusammenleben immer wieder durch völlig überzogene Einschätzungen einzelner Personen und Gruppen vergiftet", warnte Kabelitz, "einzelne Auftritte in den sozialen Netzwerken dienen offensichtlich nur dem Ziel, zu denunzieren und zu verunsichern." Dagegen sei es unstrittig, dass in Delitzsch die sogenannte Straßenverkehrsunfallentwicklung ein hohes Arbeitsvolumen erfordert. "Eine besondere Rolle spielen die Radfahrer", betont Kabelitz, "ich persönlich bin erschrocken, was Radfahrer in Delitzsch machen." Da werde auch von ihm in Uniform erwartet, dass er vom Gehweg verschwindet, wenn dort ein Radfahrer lang will, konnte der Revierleiter den Ernst der Lage noch in ein Schmunzeln verpacken. Oft seien die Radfahrer schuld, neben Fahrfehlern würde die Nichtbeachtung der Vorfahrtsregeln eine große Rolle spielen. Allein im Mai gab es im Revierbereich zwei Radunfälle mit tödlichem Ausgang.

Was dagegen der Ordnungsamtsleiter zu erzählen hatte, lässt staunen, dass es sich bei dünner Personaldecke tatsächlich so gut darstellt. Die Personal- und Flächenrelation des Delitzscher Ordnungsamtes macht deutlich, dass mit wenig sehr viel erreicht wird - wenn es dem Einzelnen auch anders erscheinen mag. Rund 8400 Hektar, darin zirka 80 Hektar Grünanlagen, 250 Kilometer Gemeindestraßen, knapp 25 000 Einwohner macht Delitzsch in Zahlen. Kontrolliert wird das in der Regel von drei Mitarbeitern im Außendienst. Ein Mitarbeiter ist damit laut Ordnungsamt für 8331 Einwohner, 26 Hektar und 83 Kilometer Straße zuständig - soll sich um illegale Müllablagerungen ebenso kümmern wie die Absicherung von Veranstaltungen, Unterstützung der Sperrmüllsammlung oder die Durchführung von Ermittlungen. 6793 Verwarngelder wurden 2014 ausgesprochen. "Um es deutlich zu sagen, in Delitzsch lebt es sich gut und sicher, das subjektive Empfinden von Einzelnen entspricht nicht der realen Kriminalitätslage", überzeugt Kabelitz. © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.05.2015
CHRISTINE JACOB

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