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Delitzsch Mehr als 2100 Straftaten in Delitzsch
Region Delitzsch Mehr als 2100 Straftaten in Delitzsch
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06:00 29.06.2018
Fahrräder am Unteren Bahnhof: Die Statistik zu den Fahrraddiebstählen in Delitzsch zeigt einen leichten Rückgang. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Die Zahl der Straftaten ist in Delitzsch im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2016 leicht gesunken. Dies belegt die Kriminalitätsstatistik, die Polizeirevierleiter Klaus Kabelitz am Donnerstag dem Stadtrat vortrug. So gab es 2016 exakt 2327 Straftaten in Delitzsch, 2017 waren es 2152. Im laufenden Jahr wurden bis zum 31. Mai bereits 1340 Straftaten registriert, 805 davon wurden aufgeklärt, was einer Quote von fast 60 Prozent entspricht. In ganz Nordsachsen gab es im vergangenen Jahr 12 031 Straftaten.

Fahrraddiebstahl bleibt großes Problem

Den größten Anteil der Kriminalität in Delitzsch würden, so Kabelitz, noch immer die Diebstahlsdelikte ausmachen. Dabei wiederum sei der Diebstahl von Fahrrädern ein großes Problem und bleibe es nach wie vor. Von 450 Rädern im Jahr 2012 stieg der Anteil über 272 im Jahr 2014 auf 327 im Jahr 2016. Im vergangenen Jahr waren es 277. 123 dieser Fahrraddiebstähle wurden Ausländern nachgewiesen. Gegen eines allerdings verwahrt sich der Polizeichef: „Es sind nicht unsere Migranten, die Straftaten begehen. Es wäre Blödsinn, so etwas zu behaupten!“ 2016 waren 16,2 Prozent der Tatverdächtigen insgesamt nichtdeutscher Herkunft, 2017 waren es 14,4 Prozent. Dabei müsse man auch bedenken, dass gerade Migranten Straftaten mit Verstößen bei Asylverfahren begehen können, die Deutschen überhaupt nicht widerfahren können, erinnerte Kabelitz. Ein weiteres großes Thema in Delitzsch sind Drogendelikte. 59 solcher Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz registrierte die Polizei im vergangenen Jahr, 2016 waren es noch 46. Kabelitz räumte zugleich aber ein, dass die Dunkelziffer eine ganz andere sei und alle Rauschgiftarten vertreten seien, wie in ganz Sachsen aber vor allem Crystal in Delitzsch eine große Rolle spiele.

Radler fahren nach Lust und Laune

Klaus Kabelitz Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Ansonsten machen Verkehrsunfälle einen Großteil der polizeilichen Arbeit in Delitzsch aus. „Das erfordert ein hohes Arbeitsvolumen“, so der Revierleiter. Das Nichtbeachten der Vorfahrt verursachte in der jüngsten Statistik fast 140 der Unfälle mit Personenschaden, nicht angepasste Geschwindigkeit 98, weitere Fehler knapp 120 Unfälle und Alkohol und Drogen 38. Eine besondere Rolle würden bei Unfällen in Delitzsch die Radfahrer spielen. „Fahrradfahrer haben hier offensichtlich ihre eigenen Regeln“, kritisiert Klaus Kabelitz, es werde gefahren nach Lust und Laune und nicht nach Verkehrsregeln. So würden Radler in Delitzsch oft die falsche Fahrbahnseite oder den Gehweg benutzen und so durch ihr eigenes Verhalten die Wahrscheinlichkeit für Unfälle erhöhen. Aber auch die Unfälle mit Tieren seien ein zunehmendes Problem, so Kabelitz. Er nahm kein Blatt vor den Mund, dass bei Wild zu wenig geschossen wird.

Sechs Unfallschwerpunkte

Unabhängig von Radlern oder Reh und Co. gibt es in Delitzsch sechs Unfallhäfungsstellen: die Kreisstraße 7442/Höhe Döbernitz, der Kreisverkehr am Unteren Bahnhof, die S 4 zwischen Selben und Delitzsch, die Ecke von Schulze-Delitzsch- und Securiusstraße sowie die B 184 am Brodauer Stempel und die B 183 a zwischen Reibitz und dem Ortsteil Spröda. Probleme gibt es immer wieder auch bei der Vorfahrtsregel „rechts vor links“ zum Beispiel in der Altstadt.

Von Christine Jacob

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