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Mehr als laut: Inexistence Of Aeon will mit handgemachter Musik auf die großen Bühnen

Musikleben in Delitzsch Mehr als laut: Inexistence Of Aeon will mit handgemachter Musik auf die großen Bühnen

Es gibt Musiker, die fertigen ihre Musik komplett am Rechner und mittels diverser Programme. Es gibt Musiker, die denken an Ruhm und Geld. Von solchen wollen sich die fünf Männer von „Inexistence Of Aeon“ abheben. Sie haben jetzt ihre erste Platte veröffentlicht. Und sie haben durchaus große Pläne.

Das Banner der Band ist bei jedem Auftritt mit dabei.

Quelle: Christine Jacob

DELITZSCH. Eines Tages stehen sie vielleicht beim With-Full-Force-Festival auf der Bühne. Oder eben auf einer anderen Bühne harter musikalischer Gangart. Es muss ja gar nicht so groß sein. Hauptsache Bühne. Dann wird dort das Bandbanner in Schwarz-Weiß gehisst und es wird laut, es wird kantig, es geht richtig nach vorne. Auftritte, Auftritte, Auftritte … das ist alles, was die Herren der Delitzscher Band Inexistence Of Aeon derzeit wollen.

Beim With Full Force (WFF), dem Musikfestival für Metal, Hardcore und Punk, wurde die Band geformt, die am vergangenen Wochenende ihre erste EP herausgebracht hat. Aeon ist die Personifizierung von Ewigkeit und Schicksal, Inexistence ist am fixesten mit Nichtbestehen übersetzt. So oder so – es wäre vielleicht doch Schicksal, mal auf dem Acker des WFF zu spielen. Dort machten Frontmann Christian Stoye und Felix Grögor schließlich auch die Sache mit Schlagzeuger Michel Alsleben klar, holten ihn in die Band. Zusammen mit Maik Schuchna und Paul Halle bilden sie nun seit knapp anderthalb Jahren eine Metal-Combo, schenkten am Samstag im Delitzscher Jugendhaus Yoz als eine von vier Bands beim Heavy Halloween mit ihrem Mix aus Mathcore und Technical-Deathmetal ordentlich ein.

Musikprojekte hatten sie alle vorher schon. Doch irgendwie passte immer irgendwas nicht. Bei Inexistence Of Aeon ist das nun anders, herrscht wohl die pure Harmonie zwischen Männern, die harte Musik nicht nur hören, sondern selber machen wollen. So fing es bei Michel Alsleben mal an. Der Band-Senior von 29 Jahren wollte irgendwann nicht nur harte Musik hören, sondern mit ihr seine Kreativität ausleben. „Musik ist mein Leben“, sagt er. „Man schafft sich so eine eigene kleine Welt“, umreißt auch Gitarrist Felix Grögor den Reiz, selbst in die Saiten zu greifen.

Selbstverwirklichung ist ein großes Thema für sie alle. Das ist der Ehrgeiz hinter der Band. Und es ist auch der Ehrgeiz hinter dem Drang, vielleicht mal größer rauszukommen und sich über die Region hinaus zu etablieren, mehr und mehr Leipziger Bühnen zu bespielen. Diese Selbstverwirklichung ist allen mehr wert als Geld. „Was wir machen, ist instrumental sehr anspruchsvoll“, betont der 21-jährige Felix Grögor. Und wer Mathcore und Technical Death Metal als Krach und lauter laute Schreierei abtun möchte, sitzt bei dieser Band sicher nicht mehr lange auf seinen Ohren: Einflüsse des Jazz beispielsweise machen dieses Genre aus und die Fünf beweisen das. „Wir machen richtige handgemachte Musik“, schildert Michel Alsleben, „wir setzen uns nicht einfach an einen Rechner und fummeln ein bisschen.“ Die sechs nun auf der Platte veröffentlichten Songs zu erarbeiten, hat entsprechend Zeit und Kraft gekostet. Wenngleich der Computer im Bandleben nie außen vor bleibt. Auf elektronischen Wegen findet die Band zusammen, um Songs zu besprechen und an der Musik zu basteln. Denn abgesehen von den wöchentlichen Proben im Yoz im Delitzscher Norden, lassen Schichtarbeit, Ausbildung und Studium viele persönliche Treffen nicht häufiger zu. Die Bandmitglieder leben in Bernburg, Serbitz, Mittweida oder Delitzsch, wo sich Christian Stoye zum Beispiel für die Linke unter anderem im Stadtrat engagiert. Sie haben also alle viel um die Ohren und gleichzeitig Perfektionswillen für ihre Musik, die jedem einzelnen eine große Leidenschaft ist. So produzierten sie auch das erste Album komplett selbst. Es wird wohl nicht das letzte sein.

Von Christine Jacob

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