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Delitzsch Melissa Kolbe aus Delitzsch steht mit einer glatten Eins im Abi die Welt offen
Region Delitzsch Melissa Kolbe aus Delitzsch steht mit einer glatten Eins im Abi die Welt offen
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16:00 25.06.2017
Als einzige Schülerinn in Delitzsch legte die 19-jährige Melissa Kolbe ihr Abitur mit der Note 1,0 ab. Quelle: Manuel Niemann
Delitzsch

Eine glatte Eins. Dass es so kommen könnte, wusste Melissa Kolbe bis zum Schluss nicht. Klar habe sie gute Noten gehabt, aber die Rechnung sei kompliziert. Um so überraschter ist die 19-Jährige aus Delitzsch über den Rummel, die die 1,0 nun nach sich zieht. Spätestens bei der Zeugnisübergabe des Beruflichen Schulzentrums Dr. Hermann Schulze-Delitzsch wussten alle Bescheid. Es gab einen Extraauftritt für sie, vom Schulleiter anerkennende Worte, ein Präsent von der Volksbank und den Handschlag wichtiger Leute.

Ehrung im Landtag

Am Freitag fuhr sie nach Dresden in den Sächsischen Landtag und traf im Plenarsaal nicht nur auf die anderen Einserabiturienten aus dem Land, sondern auch die sächsische Staatsministerin für Kultus, Brunhild Kurth (CDU). Viel Ehre, auf die sie auch stolz sei. Genau wie ihre Oma und Opa, die Bilder und Videos vom Abiball hin- und herschicken.

Sie sei schon immer sehr zielstrebig gewesen und habe auch viel Zeit investiert. Dafür hat sie sich dann die Wochenenden vollgepackt, die schulfreie Zeit bewusst genutzt. „Ich bin ohnehin nicht der Partygänger.“ Aber die Zeit mit ihrem Freund Constantin oder der besten Freundin Pia brauchte es. Daneben half ihr auch der Sport, einen Ausgleich zu finden. „Selbst in der Prüfungszeit habe ich den selten abgesagt.“ Fahrradfahren, Aerobic, Zumba oder kraftbezogenes Training im Fitnessstudio sorgten für einen freien Kopf bei dem Lernstress nebenher.

Nach der Schule geht’S zum Studium

Andererseits seien ihr Sprachen auch immer leicht gefallen. Da hatte sie Spaß dran. Weshalb sie zunächst den Leistungskurs Englisch gewählte habe und später als Fachrichtung Gesundheit und Sozialwesen statt Wirtschaftswissenschaft. „Vielleicht habe ich mir das auch nicht zugetraut“, sagt sie heute. Schwierigkeiten in Mathe gab es durchaus mal, woraus sie aber gelernt habe, dass es nicht immer eine Eins oder Zwei sein könne. Aber auch nicht muss. Der gymnasiale Anspruch sei eben hoch. „Und manchmal hat man auch einfach keinen guten Tag.“ Früher habe sie sich, wenn etwas nicht geklappt hat, fürchterlich gegrämt.

Mit dieser erst erworbenen Gelassenheit blickt sie nun auch auf ihre Zukunft. Die Frage, was sie nach der Schule machen könnte, sei schon seit vielen Jahren in der Schule präsent. „Die Menschen erwarten, dass man mit dieser Note studiert.“ Was sie auch möchte. Allerdings lässt sie sich da noch die Karten offen. Sie hat sich möglichst breitgefächert beworben, darunter auch zulassungsfreie Studiengänge wie Geisteswissenschaften. Eine bewusste Entscheidung: Zwar sei es mit dem Schnitt kein Problem, auch hier in der Nähe zu bleiben, aber nicht nur Leipzig, auch Dresden könne sie sich vorstellen. Das zeigt die Zeit, zunächst wartet erstmal eine Urlaubsreise nach Kroatien, Ausspannen und das Bauchgefühl wirken lassen. Wenn es Leipzig werden sollte, bleibt sie vielleicht auch erst einmal zuhause in Delitzsch wohnen.

Lust auf neue Leute

Sie freut sich jedenfalls, neue Menschen kennenzulernen und ist gespannt, ob sie nach der Pause auch an der Universität mitkommt. Ihre Eltern sind keine Akademiker, größere Geschwister hat sie nicht. Nur eine kleine siebenjährige Schwester, für die sie nun Vorbild ist. „Sie ist superstolz. Sie kann mir aber auch Kraft geben und mich trösten“, sagt Melissa Kolbe. Auch auf ihre Eltern könne sie sich immer verlassen. „Bald ist der Trubel vorbei und ich komme wieder auf dem Boden an“, sagt sie.

Übrigens: Sachsens Schüler trumpfen dieses Jahr mit Ganzleistungen auf. Insgesamt 273 Schüler beendeten ihre Schulzeit mit 1,0-Abitur. Das sind knapp 100 Absolventen mehr als im vergangenen Jahr.

Von Manuel Niemann

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