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Mentoren unterstützen Geflüchtete bei Arbeitsplatzsuche in Nordsachsen

Integration Mentoren unterstützen Geflüchtete bei Arbeitsplatzsuche in Nordsachsen

In einem Modellprojekt versucht der Landkreis Nordsachsen die Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt voranzutreiben. Hierzu sind seit März zwei Arbeitsmarktmentoren im Bereich Delitzsch-Eilenburg und Torgau-Oschatz unterwegs. Diese beraten Geflüchtete, aber auch Arbeitgeber aus der Region.

Annika Gräbitz’ Büro befindet sich im Keller des Landratsamtes in Delitzsch, in der Richard-Wagner-Straße 7a.

Quelle: Manuel Niemann

Nordsachsen. Annika Gräbitz ist Mentorin, genauer: Arbeitsmarktmentorin für geflüchtete Menschen, die nun in Nordsachsen leben. Sie hat diese Stelle noch nicht lange inne, weil es dieses Modellprojekt des Landkreises unter dem Dach des Sächsischen Flüchtlingsrates erst seit März dieses Jahres gibt. Von ihrem Büro in der Delitzscher Richard-Wagner-Straße aus kümmert sie sich um den Regionalbereich Delitzsch-Eilenburg, während ihr Kollege Helmut Brenner Ansprechpartner für den Bereich Torgau-Oschatz ist.

Auch Annika Gräbitz steckt noch in der Kennlernphase, hat die Maßnahmen und Akteure, die sich bereits um die Integration geflüchteter Menschen bemühen, kennengelernt und sich mit ihnen vernetzt. „Ich bin aber bei Weitem noch nicht durch“, sagt sie.

Intensive Einzelfallbetreuung

Anders als die Kommunalen Integrationskoordinatoren, die all diese Maßnahmen verknüpfen und koordinieren, arbeitet sie direkt mit den Geflüchteten zusammen. Das Ziel, das sie dabei verfolgt, ist, diese Menschen auf dem Weg in eine Ausbildung oder Beschäftigung zu beraten, zu begleiten und zu unterstützen. Die intensive Einzelfallbetreuung soll ergänzend wirken auf die bestehenden Angebote, die es bereits bei der Agentur für Arbeit Oschatz und beim Jobcenter Nordsachen gibt. Zugleich sind die Arbeitsmarktmentoren aber auch Ansprechpartner für Arbeitgeber, die dafür offen sind oder bereits Geflüchtete beschäftigen oder ausbilden. Dort klopft sie etwa ab, wie es läuft, ob es irgendwelche Probleme gibt und versucht zu vermitteln, „so dass es nicht zum Abbruch führt“, sagt sie.

Qualifikation für Arbeitsmarkt wird geprüft

Hierzu ist es zunächst notwendig, in Erstgesprächen zu klären, inwieweit einer ihrer Klienten über Berufserfahrung verfügt, ob er oder sie Abschlüsse hat, die sich anerkennen lassen, und wie es um seine oder ihre Sprachkenntnisse steht. Im Falle unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge gibt es etwa die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss nachzuholen, der die jungen Leute für den Arbeitsmarkt qualifiziert. „Wir müssen jeden Fall individuell behandeln“, beschreibt Annika Gräbitz. Jeder geflüchtete Mensch bringe seine eigene Geschichte mit. Das gehe bis dahin, dass sie auch einen prüfenden Blick auf die Bewerbungsunterlagen hat. Daneben betrachtet sie, mit welchen Kooperationspartnern sie zusammenarbeiten könnte, oder welcher Sachbearbeiter mit dem oder der Betreffenden bereits in Kontakt sind.

Hilfe zur Selbsthilfe

Für Gräbitz ist diese intensive Arbeit am Einzelfall nichts Neues: Zuvor war die Sozialpädagogin unter anderem Familienhelferin: Soziale Arbeit, sagt sie, habe sie studiert, weil sie gern Menschen unterstützen wollte.

Aber auch hier ist dies eine Hilfe zur Selbsthilfe: Die circa 20 Klienten, die ein Mentor mitgehend unterstützt, müssen freiwillig zu ihm kommen und motiviert sein mitzuarbeiten.

Für den Bereich Delitzsch-Eilenburg ist Annika Gräbitz unter der Nummer 034202/9885388 zu erreichen. Ihr Kollege Helmut Brenner, der den Raum Torgau-Oschatz betreut, hat die Telefonnummer 03421/7585186. Weitere Infos zum Projekt im Internet ( http://arbeitsmarktmentoren-sachsen.de/nordsachsen).

Von Manuel Niemann

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