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Delitzsch Mieter müssen aus Schwarzbau raus
Region Delitzsch Mieter müssen aus Schwarzbau raus
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11:05 20.05.2015
Das Haus in der Luckowehnaer Straße in Hohenroda ist ein nicht genehmigter Bau. Die Wohnungen dürfen nicht vermietet werden. Quelle: Frank Pfütze

Die lassen sich inzwischen juristisch vertreten und machen gegenüber der Vermieterin, der Kiwih GmbH, Schadenersatzansprüche geltend. Es geht um die Kosten für Wohnungssuche und Umzug. Ungeachtet dessen sei laut Aussagen der Mieter des Schwarzbau-Hauses im Erdgeschoss in dieser Woche ein junger Mann eingezogen.

Die LVZ hat bereits im März 2012 aufgedeckt, dass die Baumaßnahmen auf dem Gelände der Eheleute Matthias und Dagmar von Hermanni in der Luckowehnaer Straße 17 nicht genehmigt sind (wir berichteten). Vermieterin ist die Kiwih GmbH, die den Bauantrag nachträglich einreichte. Im Februar dieses Jahres lehnte die Landkreisverwaltung diesen jedoch ab. Im aktuellen Schreiben der Behörde an die Mieter heißt es unter anderem, dass Nutzungsänderung und Umbau des Schweinestalls zum Vereins- und Wohnhaus rechtswidrig sind und gegen die Sächsische Bauordnung verstoßen. Die Untere Bauaufsichtsbehörde hat darüber zu wachen, dass Recht und Gesetz eingehalten werden. Darum muss die Nutzung der Wohnungen untersagt werden. Die Anwältin der Mieter hat beantragt, dass ihre Mandanten bis Jahresende Zeit haben, die Wohnungen zu räumen. "Die Behörde handelt rechtmäßig, dafür haben wir Verständnis. Es ist jedoch unverschämt, dass wir das vom Amt erfahren und nicht von Matthias von Hermanni. Der kam erst auf uns zu, als wir ihn mit dem Problem konfrontiert haben", sagte der Familienvater.

"Herr von Hermanni hat am 22. Februar bei mir geklingelt und verlangt, dass ich ihm das Schreiben vom Landratsamt aushändige. Aber mit dem wollen wir nichts mehr zu tun haben. Als ich ihm das sagte, ist er ziemlich laut geworden an der Tür und hat rumgebrüllt. Zuvor hatte er mich schon einmal wegen dieser Angelegenheit am Auto abgepasst und ist laut geworden. Ich habe Angst vor dem", ergänzte die Ehefrau des Mieters. Zum Mietverhältnis unterbreitete von Hermanni den Betroffenen im November 2011, als der Einzelmieter einzog und im August 2012, als die Familie einzog, das Angebot, sich 100 Euro im Monat zu verdienen. Dafür sollten sie sich unter anderem um die Haustiere kümmern und Hausmeisterarbeiten verrichten. "Matthias von Hermanni hat zu mir gesagt, dass er diese Arbeitsleistungen von seinen Mietern erwartet, dass er sonst nicht vermieten würde. Ich sollte 14,5 Stunden im Monat arbeiten, hat mir Matthias von Hermanni gesagt", so der Familienvater. Der 100-Euro-Job wurde sogar vertraglich festgeklopft (liegt der LVZ vor). Seine Frau sollte beim Tauschring Sachen sortieren oder Putzarbeiten verrichten. Das habe die Familie abgelehnt. Lediglich der Mann hat seine Stunden monatlich abgeleistet. Anders sei mit dem 29-jährigen alleinstehenden und arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger verfahren worden: "Ich habe meistens 160 Stunden im Monat gearbeitet und auch nur 100 Euro bekommen. Damit ist jetzt Schluss, ich mache das nicht mehr, muss sowieso aus der Wohnung raus." Seit dem wehe der Wind rauer auf dem Grundstück, gibt es Einschränkungen. "Matthias von Hermanni hat mich gebeten, dass wir aus Sicherheitsgründen die Kinder nicht mehr auf dem Hof spielen lassen und unsere Autos dürfen wir auch nicht mehr auf dem Hof parken. Unser Vierjähriger hat sowieso Angst vor ihm und rennt inzwischen weg, wenn er kommt", sagte die 26-jährige Mutter.

Die Anwältin teilte der Kiwih GmbH mit, dass ihre Mandantschaft Schadenersatzansprüche geltend macht. Bei der Vermietung sei bekannt gewesen, dass die Vermieterin rechtswidrig dieses Gebäude als Wohngebäude nutzt. Die Kiwih soll die Kosten für Umzug sowie die Kosten, die auf Grund der Anmietung einer neuen Wohnung (etwaige Mehrkosten der Wohnung) begleichen. "Was das mit der Kiwih GmbH soll, wissen wir nicht. Unser Ansprechpartner war und ist immer Mathias von Hermanni gewesen. Erst seit ein paar Tagen ist der Geschäftsführer der Kiwih GmbH, Herr Berthold, öfter hier. Der unterschreibt zwar alles, aber mit dem haben wir eher wenig zu tun", so die beiden Männer. Was die Noch-Mieter "nicht verstehen, ist, dass in dieser Woche ein junger Mann unten eingezogen ist". Der habe auch schon fleißig auf dem Hof mitgearbeitet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.03.2013

Frank Pfütze/Christine Jacob

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