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Militärflüge in Roitzschjora abgelehnt

Militärflüge in Roitzschjora abgelehnt

Die Starts und Landungen mit Transall-Maschinen der Bundesluftwaffe auf dem Flugplatz Roitzschjora sind vom Tisch. Der Fliegerklub Roitzschjora, Eigentümer der Fläche, hat sich gegen die Nutzung ausgesprochen.

Löbnitz. Der Klub hatte seine Zustimmung von der Position den Anrainerkommunen Löbnitz und Bad Düben abhängig gemacht. Beide hatten sich dagegen ausgesprochen.

„Wie verabredet, haben wir nun den Antrag der Bundeswehr abgelehnt. Wir haben unsere Entscheidung den Verantwortlichen mitgeteilt“, erklärte Gerald Weber, Vorsitzender des Vereins.

Seit bekanntgeworden war, dass die Bundeswehr etwa 28 Starts und Landungen innerhalb von zehn Tagen durchführen wollte, hatte sich der Widerstand formiert. Kritisiert wurde von den betroffenen Gemeinden vor allem die Informationspolitik der Militärs. Stabsfeldwebel Olaf Hayn aus der Presseabteilung des Lufttransportverbandes räumte ein, dass „vielleicht einiges sehr unglücklich gelaufen“ sei. Dass sich ein solcher Widerstand entwickelt, habe man im Verband keineswegs erwartet. Diese Antragstellungen sind „ganz normale Verfahren“ und gehörten zum täglichen Geschäft der Fliegerei. Problematisch sieht er die Absage indes nicht. „Diese Flugmanöver können auch auf anderen Flugplätzen in Deutschland absolviert werden.“ Hayn teilte mit, dass es keinen weiteren Platz in Sachsen gebe, der die Bedingungen erfüllt. Es sei auch kein weiterer Antrag gestellt worden.

Die Information über die Entscheidung hatte Gerold Weber dem Kommodore des Lufttransportgeschwaders 261, Oberstleutnant Christian Leitgers, persönlich am Montagabend mitgeteilt. „Die Begründung beruhte auf rein sachlichen Gesichtspunkten“, erklärte der Vereinschef. Die Militärs im Standort Penzing (Bayern) hatten bis dahin offenbar mit mehr Toleranz in der hiesigen Bevölkerung gerechnet. Erinnert wurde von ihnen an das Muldehochwasser 2002. Damals hätten gerade die Transall-Flugzeuge der Bundeswehr die betroffenen Kommunen mit Sandsäcken versorgt. Mit der Absage des Fliegerklubs wird der Tag des offenen Flugplatzes am 21./22. August um eine Attraktion ärmer sein. Vorgesehen war zu diesem Fest, dass unter anderem den Besuchern eine Transall zur Besichtigung bereit steht.

Erleichterung in Bad Düben und Löbnitz nach dieser Entscheidung. „Gut, dass wir keinen Präzedenzfall liefern. Wir müssen nicht beweisen, dass solche Übungen hier möglich sind. Ich bin froh, dass es so gekommen ist, dass hier keine Transall-Maschinen landen und starten. Ich freue mich, dass der Fliegerclub diese Priorität mit Blick auf die Zusammenarbeit mit den Gemeinden gesetzt hat“, sagte Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (Freie Wähler. Ihr Löbnitzer Amtskollege Axel Wohlschläger (CDU) äußerte sich ebenfalls zufrieden. „Nach dem vielen Hin und Her und den wenigen Informationen gibt es nun klare Aussagen. Die Einwohner wissen, dass keine Belästigungen zu befürchten sind. Eine vernünftige Lösung aus meiner Sicht. Natürlich haben wir auch eine Verpflichtung unseren Soldaten gegenüber. Wäre von vornherein klar gewesen, was auf dem Flugfeld passieren soll, hätte sich dieser Widerstand so vermutlich nicht aufgebaut. Daran ist die Bundeswehr selber schuld.“

Der Flughafenbetreiber, der Fliegerclub Roitzschjora, entscheidet darüber, wer auf seinem Flugfeld landen und starten darf. Allein der Club hätte die Übungsflüge genehmigen dürfen oder wie geschehen, ablehnen können. Im Gespräch war aber auch immer wieder das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit. Dort lag ein Antrag der Bundeswehr, die eine Sondergenehmigung wollte. Denn die Transall-Maschinen haben bei Übungsflügen 35 Tonnen Startmasse. Roitzschjora ist jedoch nur für 5,7 Tonnen zugelassen. Neben der grundsätzlichen Entscheidung des Clubs war darum diese Sondergenehmigung für diese schweren Maschinen nötig. Lediglich darüber hatte das Ministerium zu entscheiden.

Frank Pfütze

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