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Delitzsch Mit dem Rad nach Kabul – Stephan May berichtet
Region Delitzsch Mit dem Rad nach Kabul – Stephan May berichtet
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00:33 08.04.2018
Veranstaltungsreihe Schalomgespräch bei Anne Frank: Stephan May (links) berichtet über seine Radreise in den nahen Osten im Begegnungszentrum Delitzsch. Gesprächsleiter ist Matthias Mittmann (rechts). Quelle: Ditmar Wohlgemuth
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Delitzsch

Stephan May, 44, gebürtiger Delitzscher, kann im Umgang mit anderen Kulturen wahrhaftig auf einen riesigen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Der heute in Berlin lebende Mann ist im Rahmen der grenzenlosen Friedensbewegung international unterwegs. Meist allein auf seinem Fahrrad. Dabei stößt er an Grenzen, überwindet sie und erlebt dabei fast Unglaubliches. Am Dienstagnachmittag berichtete er darüber in der Veranstaltungsreihe „Schalomgespräche bei Anne Frank“ im Jugendcafe in der Mauergase.

Soziale Netzwerke

So erzählte er unter anderem von seiner, wie er meinte „kleinen Radreise von Berlin nach Kabul“, die er im vergangenen Jahr antrat, um Flüchtlingslager im Nahen Osten aufzusuchen. Im August war er gestartet und legte etwa 24 000 Kilometer, einschließlich seiner Rückreise nach Deutschland im November, auf dem selbstgebauten Fahrrad zurück. Tagestouren von 120 Kilometern seien keine Seltenheit gewesen, betonte er obgleich seine Planungen von nur jeweils 80 Kilometer ausgingen. „So hatte ich einen wichtigen Zeitpuffer, um mich mit Leute zu treffen, das Land kennenzulernen“, sagte May. Das kam ihm insbesondere nach dem Verlassen der Türkei zugute. Um Kontakte, Anlaufstellen, Übernachtungsmöglichkeiten hatte er sich im Vorfeld sehr intensiv gekümmert. Dabei hätten ihm vor allem Flüchtlinge, aber auch schon in Deutschland lebende Ausländer, darunter viele Syrier und Iraker, geholfen. „Dieses soziale Netzwerk zu haben, ist lebenswichtig, wenn man in den Ländern des Nahen Osten unterwegs ist“, betonte er.

Unkalkulierbares Risiko

Das Bundeskriminalamt habe ihm von der Reise wegen des unkalkulierbaren Risikos abgeraten. Doch May ließ sich nicht stoppen, war von Anfang an gewillt, sein Ziel Kabul, die afghanische Hauptstadt, zu erreichen. „Stephan May ist anders als wir“, machte Matthias Mittmann, Gesprächsleiter im Jugendcafe deutlich. Der hagere Berliner, gerade mal 75 Kilogramm schwer, ist Extremsportler. Er fährt nicht nur unvorstellbare Strecken mit dem Rad, er läuft auch Marathon. „Sport verbindet unterschiedliche Nationen und Kulturen“, weiß der „Friedensfahrer“ und organisiert entsprechende Sportevents mit internationaler Beteiligung. Seine Erfahrung: „Lasst die Leute vor Ort aktiv werden, bezieht sie ein, kauft vor Ort ein.“ Das helfe aus seine Sicht deutlich mehr, als „alles mitzubringen“.

Neue Mission führt nach Afrika

Im September startet Stephan May, gelernter Rettungsassistent, seine nächste Mission. Dann geht es nach Afrika. Zum 18. Mal organisiert er mit Freunden einen Marathon in einem Flüchtlingslager. „Das Startgeld bleibt dort“, betonte er.

Von Ditmar Wohlgemuth

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