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Delitzsch Mitarbeiter von Daimler-Tochter in Wiedemar blasen Warnstreik ab
Region Delitzsch Mitarbeiter von Daimler-Tochter in Wiedemar blasen Warnstreik ab
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13:53 09.03.2018
Kundgebung statt Warnstreik: Weil Daimler plötzlich Gesprächsbereitschaft signalisierte, wurde in Wiedemar gestern nur außerhalb der Schicht protestiert. Quelle: Foto: Dirk Knofe
Wiedemar

Schon die Drohung mit einem Warnstreik hat offenbar gereicht: Weil Daimler in der Nacht zu gestern überraschen Gesprächsbereitschaft signalisierte, wurde der für gestern geplante Warnstreik bei der Tochter Cars Technik & Logistik in Wiedemar in letzter Minute abgeblasen. Stattdessen gab es eine Kundgebung vor dem Werkstor – oder genauer gesagt zwei: Kurz vor 15 Uhr traf sich die anrückende Spätschicht, wenig später versammelte sich die soeben abgelöste Frühschicht am selben Ort.

Plötzlich gab es Bewegung

Eigentlich sollte zwei Stunden lang die Arbeit ruhen: Von 14 bis 16 Uhr hatte die IG Metall zum Warnstreik aufgerufen. Die Streikaufrufe waren am Mittwoch bereits verteilt worden. „Die Spätschicht hatte die schon in der Hand“, sagte Gewerkschaftssekretär Steffen Reißig. „Die haben wir dann wieder eingesammelt.“ Denn am Abend hatte sich in langen Telefonrunden plötzlich Bewegung abgezeichnet. Details wollte Reißig gestern nicht nennen. Er sei aber zuversichtlich, dass es nun endlich zu den lange ersehnten Tarifgesprächen kommen wird. Nach Ostern, so hofft er, könnte es losgehen.

Inzwischen 184 Euro weniger

Das werde auch Zeit, sagte Tommy Roestel (49), der gestern mit seinen Kollegen bei der Kundgebung vorm Werktor ausharrte. „Wir reden ja schon seit über einem Jahr darüber, dass wir in den Tarif wollen“, so der kaufmännische Mitarbeiter, der auch im Betriebsrat sitzt. Doch bisher habe die Firma darüber nicht einmal verhandeln wollen. „Das kann doch nicht sein. Wenn die Mehrheit der Mitarbeiter dahinter steht, muss man doch wenigstens darüber reden.“ In den ersten drei Jahren hatte die 2002 gegründete Daimler-Tochter sogar nach Tarif gezahlt, erinnert sich Peter Aehnelt (51), der wie Roestel seit 15 Jahren an Bord ist. Dann erfolget der Austritt. Das bedeute: 40- statt 37-Stunden-Woche zwei Tage weniger Urlaub, Urlaubs- und Weihnachtsgeld nur noch als freiwillig Prämie. Und Lohnerhöhungen gebe es seither auch nicht mehr oder nur noch gekürzt.

Inzwischen beträgt der Rückstand zum Tariflohn des Kfz-Gewerbes 184 Euro pro Monat oder neun Prozent. Dass will die IG Metall nun ändern. Gewerkschafter Reißig zeigte sich gestern zuversichtlich. „Ich bin guter Dinge, dass sich beim Konzern die Vernunft durchsetzt.“ Sonst müsse man halt wieder vorm Werktor stehen. Dann aber nicht zur Kundgebung, sondern doch noch als richtiger Warnstreik.

Von Frank Johannsen

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