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Mobiler Laden mit Europa-Zuschuss

Mobiler Laden mit Europa-Zuschuss

Die Europäische Union investiert in die mobile Nahversorgung im Altkreis Delitzsch. So wurde die Ausstattung eines rollenden Dorfladens mit mehr als 12 000 Euro gefördert.

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Kundengespräch im rollenden Dorfladen. Die Beerendorfer Ursula Niemann (links) kauft regelmäßig bei Angelika Fleischer-Gonschior ein.

Quelle: Manfred Lüttich

Delitzsch. Hintergrund sind weitgehend fehlende stationäre Einkaufsmöglichkeiten in den Dörfern.

Es sind vor allem Stammkunden, die Angelika Fleischer-Gonschior regelmäßig besucht. Mit Waren des täglichen Bedarfs kommt sie teilweise bis vor die Haustür. Ob Wurst, Getränke oder Puddingpulver, Katzenfutter, Zwirn oder Mausefallen – das Angebot der 52-Jährigen ist breit gefächert, und was nicht an Bord ist, kann bestellt werden. Seit zwölf Jahren fährt die Lissaerin nun schon übers Land, seit ein paar Wochen jedoch kommt sie mit einem komplett neu eingerichteten Gefährt.

„Der alte Mercedes-Bus hatte 34 Jahre durchgehalten“, erzählt Angelika Fleischer-Gonschior. „Deshalb habe ich mir jetzt einen deutlich neueren gebrauchten Renault angeschafft.“ Die Innenausstattung hat noch einmal den Wert eines größeren Autos: Regale, Kühlstrecke, rutschfester Fußbodenbelag, Waschbecken und Verkaufstresen. 50 Prozent der Investitionskosten wurden über das Leader-Programm der Europäischen Union gedeckt, berichtet Ilka Prautzsch vom Regionalmanagement des Altkreises Delitzsch.

Dieses hatte den Anstoß gegeben für die Förderung. „Wir wollten aufgrund der Situation im ländlichen Raum etwas für die Nahversorgung tun und haben gezielt mobile Händler angesprochen“, erzählt Ilka Prautzsch. Ein Großteil seien jedoch lediglich Ableger von Bäckereien oder Fleischereien. Universelle Mobilläden wie der von Angelika Fleischer-Gonschior seien recht selten – „und die Heimat-Adressen zur Kontaktaufnahme mitunter schwer herauszufinden“. Deshalb ist das Geschäft der Lissaerin im Moment noch das einzige seiner Art, das mit Leader-Mitteln bezuschusst wird. Ilka Prautzsch bleibt aber dran an dem Thema.

Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatte die Regionalmanagerin auf einem öffentlichem Forum um Interessenten geworben, die es wagen, sich im Bereich Nahversorgung im ländlichen Raum zu engagieren. Schon die Erstellung einer Machbarkeitsstudie sei förderfähig, erläuterte sie. Gerade in der mobilen Versorgung der Dörfer und kleinen Ortsteile der Städte und Gemeinden gebe es ein großes Potenzial. In 70 von 101 Dörfern in der Region einschließlich der Gemeinden Zschepplin und Jesewitz gibt es keine stationären Läden mehr. Rund 15 000 Einwohner sind betroffen.

Angelika Fleischer-Gonschior konstatiert allerdings auch, dass die Zahl ihrer meist betagten Kunden leicht schrumpft. „Da ich vor allem von Stammkunden lebe, merke ich, wenn wieder jemand gestorben ist“, sagt die Selbstständige. Etwa 20 Kunden hat sie täglich. Neue zu finden, sei im Alltagsgeschäft nicht leicht. Möglicherweise hat auch die allgemeine Mobilität der Senioren zugenommen.

Dennoch: Die treuen Einkäufer wollen auf den rollenden Service nicht verzichten. „Ich bin froh, dass es dieses Angebot gibt“, freut sich Ursula Niemann aus dem Delitzscher Ortsteil Beerendorf. Dreimal wöchentlich ist der Dorfladen dort vor Ort. „Der Konsum hat schon vor vielen Jahren zugemacht. Und immer mit dem Rad nach Delitzsch reinfahren, das schaffe ich nicht mehr.“

Kay Wuerker

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