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Delitzsch Mocherwitzer wissen sich zu helfen
Region Delitzsch Mocherwitzer wissen sich zu helfen
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00:28 29.03.2018
Bernd Hennig, Wolfgang Kalbitz und André Probst zeigen die Mocherwitzer Kirche. Quelle: Heike Liesaus
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Mocherwitz

In Mocherwitz hat sich die Einwohnerzahl seit der Wiedervereinigung verdoppelt. Das Dorf zählt 160 Einwohner und gehört inzwischen zur Gemeinde Schönwölkau. „Damals wohnten hier 79 Menschen“, sagt Wolfgang Kalbitz. Der 66-Jährige gehört ebenso wie sein Altersgenosse Bernd Hennig zum Gemeindekirchenrat. Die beiden, die sogar im Ort geboren sind, gaben dieser Tage gemeinsam mit André Probst einen Einblick ins Dorfleben. Ein relativierendes Augenzwinkern angesichts des Einwohnerbooms der vergangenen Jahrzehnte war schon dabei. Denn der eigene Mocherwitzer Nachwuchs ist wie bei Bernd Hennig oftmals „verstädtert“. Heißt: Die Kinder wohnen gern in Leipzig oder noch weiter weg. So bleiben viele der großen Gehöfte nur mit zwei oder gar einem Bewohner besetzt zurück.

Wohnanlage bringt Einwohner

Doch in den 90er-Jahren wurde ein solches Grundstück auch mit einer ganzen Wohnanlage bebaut: „Da sind nun gleich 40 Wohnungen drin und es steht kaum etwas leer“, erzählt Wolfgang Kalbitz. „Und eine Tiefgarage gehört dazu. Die ist so groß, dass dort alle Einwohner zusammenkommen könnten.“ Außerdem stehen am Dorfplatz Reihenhäuser, die ebenfalls in den 90ern entstanden. Eine große Siedlung mit Einfamilienhäusern wie an anderen Dörfern hatte Mocherwitz für den Einwohnerzuwachs nicht nötig. Die ursprüngliche Struktur ist erhalten, wenn auch das alte Ortsbild bedroht ist: Dort, wo Gebäude einmal zerfallen sind, können sie nicht in Form von Vier- oder Dreiseithöfen wieder aufgebaut werden, bei denen Nachbarhäuser Seite an Seite stehen. „Der Mindestabstand entsprechend der heutigen Bauvorschriften ist einzuhalten“, erklärt André Probst, der als Ortschaftsrat und als Tiefbauer Einblicke ins Metier hat.

Kirche ist zu besichtigen

Die Kirche, deren Anfänge aus dem 11. Jahrhundert stammen, ist neben dem markanten Turm aus den 60er- oder 70er-Jahren, der heute für ferngesteuerte Brandüberwachung genutzt wird, einer der auffälligsten Blickpunkte. „Jeder kann sich für eine Besichtigung anmelden“, erklärt Bernd Hennig. Hier können auch Trauerfeiern für diejenigen ausgerichtet werden, die nicht kirchlich gebunden sind. „Das machen nicht alle Gemeinden. Aber bei 30 Christen im Dorf ist wohl auch das sinnvoll.“ Doch wenn etwas am Gotteshaus zu machen ist, helfen alle mit, schätzen die drei ein. „Als neulich nach Sturm Friedericke das Dach beschädigt war, hatten wir es schneller dicht, als der Gutachter von der Landeskirche kommen konnte.“ Dank Notreparatur in Eigenregie kann das Dach noch ein Stück auf die professionelle warten. Zehn Mal jährlich findet hier noch ein Gottesdienst statt. Zu Heiligabend gibt es auch das Krippenspiel. „Ein bisschen Sorge machen uns die Risse“, so Bernd Hennig. Diese sind zum Beispiel an den Fensterstürzen zu beobachten. Die Mocherwitzer vermuten, dass sie durch starke Grundwasserschwankungen verursacht werden.

Von Heike Liesaus

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