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Delitzsch Modernisierungen im Delitzscher Wasserwerk gehen in die letzte Runde
Region Delitzsch Modernisierungen im Delitzscher Wasserwerk gehen in die letzte Runde
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06:00 17.08.2016
Obermonteur Tom Schröter misst den Isolationswiderstand zwischen den Leitern der 400-Volt-Einspeisung in der Niederspannungs- Schaltanlage Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Viele Jahre hat das Herzstück des Delitzscher Wasserwerkes, die zentrale Schaltanlage, zuverlässig ihren Dienst getan. Jetzt sei es aber an der Zeit, die Anlage, die kurz vor der Wende eingebaut worden ist, zu modernisieren, sagt Herbert Claßnitz, Technischer Leiter des Zweckverbandes Delitzsch-Rackwitzer Wasserversorgung (Derawa), der das Wasserwerk betreibt. Rund 350 000 Euro lässt sich der Verband, der in Delitzsch, Krostitz, Löbnitz, Rackwitz, Schönwölkau, Wiedemar, Schkeuditz-Nord sowie in Industrie- und Gewerbegebieten in Leipzig-Nord 48 000 Einwohner und andere Abnehmer mit Trinkwasser versorgt, das kosten. Laut Claßnitz ist die Erneuerung der Niederspannungsschaltanlage mit ihren 24 Schaltschränken eine der größten Investitionen des Verbandes in diesem Jahr.

Bauzeit bis November

Seit zwei Wochen sind die Elektromonteure der Firma Alltec Automatisierungs- und Kommunikationstechnik GmbH aus Borna in Delitzsch vor Ort. Bis voraussichtlich Anfang November wird sie der Auftrag im Wasserwerk binden. Das Besondere daran ist, dass die Umrüstung bei vollem Betrieb geschehen muss, damit die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung weiterhin gewährleistet ist. „Vor allem die Reinwasserpumpen müssen immer funktionstüchtig sein“, erklärt der Technische Leiter. „Deshalb haben wir Umschaltungen vorgenommen und einige Provisorien geschaffen“, ergänzt Alltec-Obermonteur Tom Schröter. Installiert und angeschlossen werden die neuen Schaltschränke, die bei Alltec in Borna vormontiert werden, deshalb auch schrittweise.

Die Schaltanlage ist vorerst das letzte größere Modernisierungs- beziehungsweise Sanierungsvorhaben im Wasserwerk, dessen Anlagentechnik damit nahezu komplett erneuert sein wird. Seit etwa zehn Jahren investiert die Derawa kontinuierlich in das Werk. So wurden unter anderem alle drei Reinwasserbehälter, die jeweils 5000 Kubikmeter fassen, aufwendig saniert. Aufzuzählen sind des Weiteren neue Pumpen und eine neue Hydrophoranlage. Letztere ist im System für den Ausgleich von Druckschwankungen verantwortlich. Ebenfalls die Rohrgitterkaskaden, in denen das Rohwasser belüftet und mit Sauerstoff angereichert wird, sind auf dem neusten Stand. Und in Zusammenarbeit mit den Delitzscher Stadtwerken wurde 2013 auch die zentrale Schaltstation zur Stromeinspeisung ins Wasserwerk modernisiert.

Neue Leitung nach Spröda

„All diese Investitionen dienen der Erhöhung der Versorgungssicherheit“, sagt Derawa-Geschäftsführerin Ina Witek. Dazu zählt sie auch das Vorhaben, das am Ortsausgang von Delitzsch in Richtung Reibitz zu verfolgen ist. Dort hat die Derawa begonnen, eine Roh- und eine Trinkwasserleitung nach Spröda zu verlegen. Weil die auf Höhe Delicia beginnende Trinkwasserleitung die Ortsumfahrung (Stadtring) queren wird, muss diese durchörtert werden. „Dabei sind wir jetzt auf ein Hindernis, wahrscheinlich auf einen Findling, gestoßen“, berichtet Claßnitz. Um das Hindernis zu beseitigen, muss die Straße aufgegraben werden. Doch dies sei erst möglich, wenn die Sperrung der B 183 a in Delitzsch (Unterführung) aufgehoben ist. Deshalb ruhen vorerst die Bauarbeiten.

Mit der Trinkwasserleitung will die Derawa einen Ringschuss schaffen. Mit diesem ist es dann möglich, die Orte Spröda, Beerendorf-Ost sowie das Gewerbegebiet „Am Stadtforst“ auch von Delitzsch aus zu versorgen. Bisher ist dies nur von Poßdorf aus möglich, wobei es in jüngster Zeit Probleme gab.

Von Thomas Steingen

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