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Delitzsch Museum Barockschloss Delitzsch nicht barock genug?
Region Delitzsch Museum Barockschloss Delitzsch nicht barock genug?
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00:20 20.03.2018
Das Barockschloss soll beides bedienen: Heimatmuseum und Alleinstellungsmerkmal. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Ohne Fahrplan keinen Plan? Aus diesem Grund nehmen sich Kommunen und kommunale Einrichtungen in Leitbildern selbst an die Zügel. Knapp 30 Seiten umfassen Konzeption und Leitbild des Museums Barockschloss Delitzsch, bilden den Fahrplan für die museale Entwicklung des Hauses. Und weisen doch nach Jahren noch einige Lücken auf.

Leitbild mit großen Aufgaben

Solche Papiere halten fest, in welche Richtung sich das Museum entwickeln soll. Da liegt die Crux in den bereits 2012 vom Stadtrat beschlossenen Papieren: regional soll das Haus ein Heimatmuseum und identitätsstiftend sein, überregional das Thema Barock die große Rolle spielen. Denn überregional soll das Barockschloss der Stadt als Werbeträger und Alleinstellungsmerkmal dienen. Es gibt touristische Hinweisschilder an der Autobahn, die eigene Internetseite unter www.barockschloss-delitzsch.de und eine Souvenirpalette mit einigen barocken Devotionalien. Das alles erzeugt natürlich eine Erwartungshaltung bei den Besuchern vor allem von außerhalb, die es zu erfüllen gilt. So ist das Museum gerade in Bezug auf die Barockzeit bestrebt, noch einige Objekte, die die Lebensweise der Barockzeit dokumentieren, zu erlangen. Das allerdings derzeit nur „wenn möglich“, wie es heißt. Auf den entsprechenden Auktionen sind die Gebote des Museums Barockschloss Delitzsch bisher stets überboten worden. Gegenstände mit einem Alter von 300 Jahren seien auf dem Kunst- und Antiquitätenmarkt selten oder preisintensiv und in den Haushalten der Delitzscher Bürgerschaft vermutlich kaum noch vorhanden.

Ausstellungen wie „Stuhlbesessen“ beleuchten die Barockzeit mit, Fokus ausschließlich darauf gibt es nicht. Quelle: Wolfgang Sens

Allerdings treten auch an anderen Stellen immer größere Lücken auf. Gab es so wie 2011 und 2012 beispielsweise zu Lustgärten und Mode noch Sonderausstellungen mit dem ausdrücklichen und überwiegenden Fokus auf die Barockzeit, ist diese Epoche nun in den Sonderschauen mehr enthalten denn betont. „In diesem Jahr ist es gelungen, in allen Ausstellungen die Barockzeit darstellen zu können. Sowohl die Engelausstellung, die aktuelle Stuhlausstellung, die Ausstellung zum Dreißigjährigen Krieg und auch die Scherenschnittausstellung beleuchten die Epoche der Barockzeit aus sehr unterschiedlichen Perspektiven“, verteidigt Museumsleiter Jürgen Geisler. Zur Veranschaulichung der Barockzeit nutze das Museumsteam auch das Delitzscher Schlossfest, aber auch durch das museumspädagogische Ferienangebot „Kleider machen Leute“ würde speziell Kindern die Barockzeit spielerisch vermittelt. Barock wird sich aber an anderer Stelle vermutlich noch etwas tun. Für die Souvenirs zeichnet das Referat Wirtschaftsförderung und Tourismus verantwortlich. Es werde im nächsten Arbeitskreis Tourismus über die weitere Ausrichtung des Souvenir-Angebots in der Tourist-Information gesprochen.

Förderung vom Kulturraum

So oder so: Das Anliegen des Leitbildes hat sich laut Museumsleiter Jürgen Geisler nicht verändert, weshalb es in nächster Zeit keiner Anpassung bedürfe. Solche Papiere sind immer auch eine der vielen und vielfältigen Voraussetzung dafür, dass die Einrichtung auch in Zukunft durch den Kulturraum Leipziger Raum Unterstützung bekommt. Die Förderhöhe richtet sich nach den eingereichten Projekten und Veranstaltungen. In diesem Jahr hat der Kulturraum dem Museum Barockschloss Delitzsch in einem vorläufigen Bescheid 87 000 Euro gewährt. In den vergangenen Jahren belief sich die Förderhöhe auf etwa 83 000 Euro. Das macht laut Stadtverwaltung etwas weniger als ein Drittel der Gesamtaufwendungen aus.

Von Christine Jacob

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