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Delitzsch Nabu plant neues „Vogelhotel“ in Lissa
Region Delitzsch Nabu plant neues „Vogelhotel“ in Lissa
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16:00 12.12.2016
Günter Seydewitz (Mitnetz Strom-Servicecenter Bad Düben) und Hardtmut Bohnau (Netzservice Westsachsen) übergeben an die Naturschützer Ina Ebert (Pressesprecherin beim Nabu Sachsen) sowie Frank Heine und Gunter Becker (Nabu-Regionalgruppe Partheland) die ausgediente Trafoturmstation (von links). Quelle: Manuel Niemann
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Wiedemar

Ein Platz für neue Bewohner: Der Naturschutzbund (Nabu) ist seit vergangenem Freitag Besitzer einer neuen Immobilie im Wiedemarer Ortsteil Lissa. Die Trafostation an der Grabschützer Straße wurde dem Nabu zur Nachnutzung von der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom (Mitnetz Strom), einer EnviaM-Tochter, übergeben. Mit 116 Jahren hat die Station ihr technisches Lebensalter erreicht, sodass sie vom Netz genommen wurde. Zuvor gewährleistete sie die Umwandlung von 20 000 Volt Mittelspannung auf haushaltsübliche 230 Volt. Nachdem die alte Elektrik demontiert ist, kann die Transformatorenstation in Zukunft dem Natur- und Artenschutz dienen.

Neues Leben in alten Turmstationen

„Diese alten Türme bieten sich hervorragend an, um der Vogelwelt ein paar Quartiere zu bieten, die durch die Sanierung anderer Häuser sehr selten geworden sind“, erklärte Ina Ebert, Pressesprecherin beim Nabu Sachsen. Sie kann bestätigen, dass diese „Vogelhotels“ von den Tieren gut angenommen werden: „Wir hatten Aktionen im Eilenburger Raum, wo tatsächlich sofort Turmfalken und Höhlenbewohner da waren.“ Bei dem Gelände in Lissa, mit wilden, grünen Ecken in unmittelbarer Nähe, tippt sie darauf, dass Turmfalken, Spatzen, Meisen oder auch Rotschwänzchen sich einnisten könnten. Es sind vor allem Vogelarten, die sich in oder an den alten Gemäuern wohl fühlen, aber auch Fledermäusen wird so neuer Wohnraum eröffnet.

Die Gemeinde Wiedemar, der das Grundstück gehört, hat dieser Nachnutzung zugestimmt. Der 1910 erbaute Turm wechselte für einen symbolischen Euro an den Nabu. Die Versorgung mit Strom sichern indes neue Kompaktstationen am Boden, die im Störungsfall auch kleinere Ausfallgebiete betreffen. Hierzu wurden zwischen März und August auf rund 1500 Metern neue Mittelspannungskabel unterirdisch verlegt, die die alten Freileitungen oben am Turm ersetzen.

Umbauarbeiten notwendig

Die Mitnetz Strom möchte sich überdies an den Sanierungs- und Umbaumaßnahmen am Turm finanziell beteiligen. Der Nabu ist auf solche Spenden angewiesen. Denn bevor Mehlschwalben, Mauersegler, Schleiereulen oder eben Turmfalken hier einen Rückzugsraum finden, sind die noch notwendig. Einflugslöcher müssen geschaffen und Nisthilfen angebracht werden, damit sich möglichst viele Arten heimisch fühlen.

Doch damit ist es nicht getan: Frank Heine, der in der Nabu-Regionalgruppe Partheland aktiv ist, besitzt mittlerweile einen riesigen Schatz an Schlüsseln. Er hütet den Zugang zu zirka 40 solcher Trafohäuschen, die er mitbetreut. Wie andere Freiwillige kontrolliert er, welche Nistkästen besetzt und welche Arten vorhanden sind. Wenn Brut da ist, wird die im Frühjahr beringt. „Wenn die Brutsaison dann vorbei ist, werden die Kästen ein Mal im Jahr gereinigt. Das macht unheimliche Arbeit.“

Von Manuel Niemann

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