Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Nach Insolvenzantrag: Geschäftsbetrieb im BKD Biokraftwerk läuft weiter

Nach Insolvenzantrag: Geschäftsbetrieb im BKD Biokraftwerk läuft weiter

Der Geschäftsbetrieb geht weiter, ein Liquiditätsplan liegt vor, und die Vorzeichen für einen Erhalt des Kraftwerksstandortes im Gewerbegebiet Delitzsch-Süd stehen gut.

Voriger Artikel
40 Mitglieder der Kirchenbaustiftung besuchen Löbnitzer Kirche
Nächster Artikel
Delitzscher Jugendwehr wird 20

Das Kraftwerk auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik ist in die Schlagzeilen geraten.

Quelle: Manfred Lüttich

Delitzsch. Das ist die zentrale Botschaft, die der vorläufige Insolvenzverwalter Florian Stapper gestern im Gespräch mit der Kreiszeitung äußerte. Der Leipziger Rechtsanwalt hat derzeit bei der in Zahlungsschwierigkeiten geratenen BKD Biokraftwerk Delitzsch GmbH den Hut auf (wir berichteten). Es deute sich an, dass der Betrieb an einen neuen Investor verkauft wird.

Delitzscher Fabrikstraße, gestern Vormittag: Es ist ruhig auf dem BKD-Betriebsgelände. Seit sich vergangene Woche das Insolvenzgericht mit dem Unternehmen befasste, seien deutlich weniger Altholzlieferungen per Lkw eingetroffen als an früheren Tagen, berichten Mitarbeiter. Der Ofen könnte bald aus sein, wird gemutmaßt.

Insolvenzverwalter Stapper weist solche Gerüchte jedoch mit Nachdruck zurück. Gerade erst habe er neue Bestellungen für Altholz unterschrieben. Der Betrieb laufe unverändert, die Strom-

erzeugung solle sogar kurzfristig gesteigert werden. „Es ist in Vorbereitung, zusätzlich zu den aktuell genutzten zwei Kesseln noch den dritten zu aktivieren“, erklärt Stapper.

Das Biomassekraftwerk, das sich auf dem Gelände der einstigen Zuckerfabrik befindet, erzeugt elektrische Energie mit Turbinen, die mit Wasserdampf aus Heizkesseln betrieben werden. Bis zu

20 Megawatt Leistung können ins Stromnetz eingespeist werden. Verbrannt werden laut BKD Althölzer der Kategorien A1 und A2 – das reicht von Abfällen aus der Forstwirtschaft über Europaletten und Transportkisten bis hin zu Möbelteilen. Die BKD, eine Tochtergesellschaft der in Sehestedt in Schleswig-Holstein beheimateten Rea AG, investierte seit 2001 in den Standort, nutzte auch einige Anlagen der Zuckerfabrik, die im Jahr 2000 von der Südzucker AG aufgegeben worden war. Nach eigenen Angaben des Unternehmens wurden rund 30 Millionen Euro in den Um- und Ausbau gesteckt – unter anderem in Dampfkessel, Turbinen, Filteranlagen und Kühltürme.

Die Kreditlast wiegt bis heute schwer. „Der Betrieb ist nicht profitabel, er hat nachhaltige Verluste erwirtschaftet“, erklärt Stapper. Geschäftsführer Dirk Umbach habe deshalb die Reißleine gezogen und am vergangenen Mittwoch beim Amtsgericht Leipzig die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt. „Er hat rechtzeitig gehandelt“, sagt Stapper.

Der promovierte Fachanwalt für Insolvenzrecht übernimmt nun bis auf Weiteres das Ruder im Unternehmen, sucht nach einem Investor. Es müsse Geld in neue Technik gesteckt werden, um den Stromertrag zu erhöhen – und damit die Einnahmen. Dann könne sich die GmbH aus ihrer finanziellen Notlage manövrieren.

Im Moment drücken die Firma enorme Verbindlichkeiten. Der Hauptkreditgeber, die HSH Nordbank, ist de facto wirtschaftlicher Eigentümer der BKD. Und für Florian Stapper ein wichtiger Verhandlungspartner. „Die Bank hat ihre Zustimmung zum Liquiditätsplan signalisiert“, berichtet er. Der Plan regelt den Geschäftsbetrieb für die nächsten Wochen, werde gerade von einem Sachverständigen geprüft. „Er zeigt, dass aktuell eine Fortführung des Geschäfts unter den Bedingungen des Insolvenzrechts funktioniert.“ Die betroffenen 34 Mitarbeiter sind weiter beschäftigt. Sie erhalten zunächst für die Monate Juni bis August Insolvenzgeld.

Ziel ist nun ein Neuanfang – entweder durch den Verkauf an eine Auffanggesellschaft oder, was als weniger wahrscheinlich gilt, durch einen Insolvenzplan zum geordneten Abbau der Verbindlichkeiten.

Kay Wuerker

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Delitzsch
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Geld für Vereine der Region
    Mikrologo Angestust

    Mit der Aktion „Angestupst“ unterstützen LVZ und Sparkasse Leipzig die Vereine der Region. Die nächste Runde läuft - jetzt mitmachen und bewerben! mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus den Städten und Gemeinden. mehr

22.08.2017 - 19:38 Uhr

Entlang der Elbe und Oder, am Main und Rhein und vielen weiteren Orten da schreibt der Fußball immer wieder Sommermärchen und auch Wintermärchen.

mehr
  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr