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Nach Schlosskeller-Aus: Delitzscher Veranstalter rücken enger zusammen

Kultur Nach Schlosskeller-Aus: Delitzscher Veranstalter rücken enger zusammen

Ist in dieser Stadt zu wenig los? Oder ist vielleicht zu viel los? Das Delitzscher Pflaster bleibt für Kulturveranstalter ein schwieriges. Mit dem Aus von Rico Eichler im Schlosskeller Anfang 2018 kommt jetzt aber einiges ins Rollen.

Das Kino- und Veranstaltungshaus wird ein neues kulturelles Zentrum (Archivbild).

Quelle: Alexander Prautzsch

Delitzsch. Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Das sagt man so und meist bewahrheitet sich das. Mit dem Aus von Gastronom und Veranstalter Rico Eichler im Delitzscher Schlosskeller kommt nun einiges auf dem städtischen Kulturmarkt ins Rollen – und das muss nicht schlecht sein. Das Stichwort lautet stärkere Zusammenarbeit.

Einer, den das vorläufige Kultur-Aus im Schlosskeller trifft, ist Buchhändler Ingolf Engler. Er hatte in der Vergangenheit mehrmals pro Jahr Lesungen im Schlosskeller organisiert, holte namhafte Autoren wie Clemens Meyer oder auch die humorvoll-literarische Kunstfigur Renate Bergmann in den Keller. „Die Lesungen waren immer gut besucht“, resümiert der Buchhändler und nennt die Zusammenarbeit mit Eichler hervorragend – seine Entscheidung kann er nachvollziehen. Räumliche Alternativen zum Keller hat Buchhändler Ingolf Engler schon ausgemacht. Ab 2018 will er Lesungen im Kino- und Veranstaltungshaus Markt Zwanzig organisieren. Die erste ist schon für Februar geplant. Dabei sei ein großer Vorteil, dass das Haus im Gegensatz zum Schlosskeller mit seinen Stufen barrierefrei ist.

Delitzscher Markt wird Zentrum für Kultur

Markt Zwanzig-Betreiber Jens Müller und Rico Eichler stehen ebenfalls in Kontakt. Eichler will Künstler, die sonst bei ihm auftraten, an den Gastronomie-Kollegen weitervermitteln und sehr große Ritteressen mit vielen Gästen, die in der Schloßwache selbst sonst keinen Platz hätten, sollen künftig ebenfalls im Veranstaltungshaus am Markt stattfinden. Bei Kabarettveranstaltungen im Markt Zwanzig haben die Gäste dann ab 2018 die Chance, mit ihrer Eintrittskarte am Veranstaltungsabend zehn Prozent Rabatt im Restaurant Schloßwache zu bekommen. „Unser Ziel ist es, dass Delitzsch kulturell nicht verliert“, sagt Jens Müller, „daher wird mehr gebündelt.“ Lieber arbeite man zusammen als das keiner wirtschaftlich arbeiten könne.

Leipzig ist harte Konkurrenz

Auch Jens Müller kann seinen Kollegen bestens verstehen. Rico Eichler hatte seine Entscheidung unter anderem mit der großen Leipziger Konkurrenz begründet. „Man darf nicht mehr nur den Markt hier direkt vor Ort betrachten“, argumentiert Jens Müller. Die S-Bahn nach Leipzig sei Segen und Fluch zugleich, der Markt für Veranstalter gestalte sich damit schwieriger. Künftig will auch der Urlaubs-Bar-Chef jene Angebote ausbauen, die in Delitzsch besonders gut angenommen werden – Kabarettveranstaltungen zum Beispiel.

Bewährt in der Zusammenarbeit sind auch schon Markt Zwanzig und die Theaterakademie Sachsen. Mehrere öffentliche Szenenvorspiele, Musicals und öffentliche Abschlussprüfungen hat die Theaterakademie dieses Jahr schon direkt im Stadtzentrum auf die Bretter, die die Welt bedeuten, gebracht. Es könne nie zu viel Kultur geben, betont Akademiechefin Jana Bauke. Mit einem künftig konzentrierteren Markt kann sich also einiges zum Positiven bewegen.

Noch aber läuft das Kulturjahr 2017 wie gewohnt. Rico Eichler hat den Vertrag für den Schlosskeller zum 31. Januar 2018 gekündigt. Er hatte den Keller in Kooperation mit dem Heimatverein betrieben. Eichler hatte sich um den Schwerpunkt Kultur gekümmert und holte Veranstaltungen wie Kabarett, Konzert und Co. in die untersten Räume des Delitzscher Wahrzeichens. Weil dieses Geschäft für ihn aber nicht mehr wirtschaftlich ist, hat der Wirt die Reißleine gezogen und konzentriert sich fortan auf sein Restaurant Schloßwache und die Event-Gastronomie. Die Stadt schreibt den Keller aus, selber betreiben kann sie ihn aus rechtlichen Gründen aber nicht.

Von Christine Jacob

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Delitzsch
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