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Nach dem Flut-Schock: Rackwitzer wollen Schutzkonzept

Nach dem Flut-Schock: Rackwitzer wollen Schutzkonzept

Das hatten die Podelwitzer so noch nicht erlebt: Gewaltige Wassermassen rauschten von umliegenden Feldern in den Rackwitzer Ortsteil, Straßen und Grundstücke wurden geflutet, sogar Sandsäcke wurden eilends gefüllt, um Hauseingänge zu schützen.

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Die Seehausener Straße in Podelwitz am 7. September. Nach Starkregen sucht sich Wasser von den Feldern seinen Weg, die Gullys sind überlastet.

Quelle: privat

Rackwitz. Der Keller der Grundschule stand ebenfalls unter Wasser, genauso die Bahnunterführung in der Leipziger Straße, weil der Lober überlief. Ein Szenario, ausgelöst durch plötzlichen Starkregen. Anderthalb Monate ist das jetzt her. Doch die Sorge geht um, dass sich das Geschehen vom 7. September wiederholen könnte. Deshalb will die Gemeindeverwaltung ein Hochwasserschutzkonzept in Auftrag geben.

"Mit diesem Thema haben wir uns noch nie befasst. Es gab keinen Grund dafür", sagt Bürgermeister Manfred Freigang (UWR). "Doch wir müssen damit rechnen, dass Wetterereignisse dieser Art erneut auftreten. Es ist Zeit zu handeln." Am Montag hatte Freigang Fachplaner am Tisch, die bis nächste Woche ein Angebot für ein Konzept vorlegen sollen - die Basis für eine entsprechende Beschlussvorlage zur Gemeinderatssitzung am 6. November.

Das Ansinnen der Gemeindeverwaltung sind umfangreiche Schutzeinrichtungen als Vorposten der Wohnbebauung, insbesondere im Osten der Kommune von Podelwitz in Richtung Zschölkau. "Das könnten Rückhaltebecken sein, ein Drosselbauwerk oder Fang- mulden. Was sinnvoll ist, wird das Konzept ergeben", so der Bürgermeister.

In der Rackwitzer Grundschule ist diese Ankündigung sehr willkommen. Einige Male schon stand dort das Wasser im Untergeschoss - am 7. September legte es die Heizung lahm, schildert Schulleiterin Martina Adler. "Rund vier Wochen dauerte es, bis der Schaden behoben war. Wir mussten teilweise bei 16 Grad Zimmertemperatur unterrichten." Es fehle unter anderem eine Rückstauklappe, so dass das Nass aus der Kanalisation drückt. Zudem sei eine umfassende Bauwerkstrockenlegung nötig.

Ein neuralgischer Punkt ist auch die Bahnunterführung in der Leipziger Straße. Im September wurde die Durchfahrt laut Freigang erstmals vom Lober geflutet, ansonsten ist es das Wasser von den Straßen, das nicht schnell genug ablaufen kann. Mindestens zweimal jährlich sei deshalb die Feuerwehr vor Ort, berichtet Gemeindewehrleiter Karl-Heinz Czempas. "Dort sind zwar zwei Pumpen fest installiert, doch gerade im Herbst setzen sich durch Einträge aus der Landwirtschaft die Siebe zu. Und die Pumpen nützen nichts, wenn zu viel Wasser in der Kanalisation ist."

Die Kanalisation und den Lober entlasten, das Oberflächenwasser von den Feldern bei Starkregen dosiert abfließen lassen, darum geht es im neuen Hochwasserschutzkonzept. Andreas Hempel, Gemeinderat aus der schon mehrfach gefluteten Seehausener Straße, setzt auch auf eine Reaktivierung alter Gräben am Feldrand, "die oft verfüllt, verstopft oder zugewachsen sind". "Wir müssen viele Beteiligte einbeziehen, wenn wir das Problem lösen wollen", sagt auch Manfred Freigang.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.10.2014
Kay Würker

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