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Delitzsch Nach dem ersten Schreck: Delitzscher gibt Wespenspinne eine Heimat
Region Delitzsch Nach dem ersten Schreck: Delitzscher gibt Wespenspinne eine Heimat
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12:57 09.09.2016
Auffällig und groß ist die Wespenspinne, die sich auf der Yucca-Palme im Delitzscher Garten wohlfühlt und ihre Kokons eingerichtet hat. Quelle: privat
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DELITZSCH

Ja, im ersten Moment war er schon ein bisschen geschockt, was oder besser wer da in seinem Garten rumhängt. Das gibt der Delitzscher Juan Manuel Tondera zu. Um die 20 Millimeter können die Weibchen der Wespenspinne werden. Sie tragen gelb-schwarz-weiße Streifen. Der Vorderleib ist silbrig-weiß behaart. Eine Spinne wie aus dem Bilderbuch der Horrorfilmmacher saß da Ende August plötzlich in seinem Garten. Vor allem aber eine Naturschönheit, findet er. „Sie wurde 2001 zur Spinne des Jahres gekürt“, sagt Tondera nicht ohne Stolz.

Sofort nach dem Fund auf der Yucca-Palme in der Rosenthal-Gartensparte las sich Tondera das erste Wissen an, nahm Kontakt zu einem Spinnenexperten des Naturschutzbundes auf, meldete seinen Fund. Schnell war klar: Die Achtbeinerin sieht zwar gefährlich aus – sie ist es aber nicht. Zumindest nicht für den Menschen. Das Gift der Wespenspinne ist für Menschen nicht gefährlich. Schon allein deshalb, weil die Giftklauen die Haut normalerweise nicht mal durchdringen können – sie sind dafür zu kurz.

Delitzsch erlebt noch mehr Spinnen im nächsten Jahr

Also gibt es eine Chance für die Wespenspinne, die inzwischen in Mitteleuropa nicht mehr so selten ist. Doch, so schildert der Delitzscher weiter, irgendwie ist es tragisch, was ihr blüht. Ab Mitte August verlassen die Weibchen ihr Netz und umspinnen ein Gelege von etwa 300 Eiern mit einer festen Hülle. Zwei Kokons hat „Thekla“, so nennt Juan Manuel Tondera die Spinne manchmal, fertig. Kurz nach Fertigstellung stirbt das Weibchen. „Wir geben dem Nachwuchs eine Chance“, sagt der Gärtner. Die Jungen werden in den Kokons überwintern, im Mai verlassen sie die winzigen jungen Wespenspinnen. Bis zum Sommer machen sie zahlreiche Häutungen. Und sie krabbeln auf höhere Pflanzen, um sich mit Hilfe ihres Spinnfadens vom Wind und der Thermik forttragen zu lassen – mal nur fünf Meter weiter oder Dutzende Kilometer.

Von Christine Jacob

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