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Nachbarn fordern Sichtschutz an Reibitzer Flüchtlingsheim

Unbegleitete Minderjährige Nachbarn fordern Sichtschutz an Reibitzer Flüchtlingsheim

Im Januar wird das Heim für minderjährige unbegleitete Ausländer in Reibitz erstmals belegt. Nachbarn haben jedoch jetzt schon ein Problem. Sie fühlen sich aus den Fenstern des Obergeschosses beobachtet. Sie erlauben einen direkten Blick in die Zimmer und Gärten der benachbarten Häuser. Der Heim-Betreiber will Abhilfe schaffen.

Das Heim für unbegleitete minderjährige Ausländer in Reibitz.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Reibitz. Die Nachbarn des im Januar 2017 erstmals zu beziehenden Heimes für unbegleitete minderjährige Ausländer in Reibitz haben Sorgen. Sie wandten sich deshalb an Gemeinderäte und traten auch selbst in der vergangenen Gemeinderatssitzung auf. Das Problem steht ihnen quasi im direkten Sichtfeld. Es geht um einen Gastank, der die Heizung des Heimes mit Brennstoff versorgt. Für Abgeordnete Alexandra Ihbe (CDU) steht der Tank „tatsächlich sehr grundstücksnah“ zum unmittelbaren Nachbarn. Anfangs habe sie den Tank auch als Gefahrenquelle ausgemacht, aber Experten in der Abgeordnetenrunde konnten sie eines Besseren belehren. Eine Gefahr gehe von dem Tank nicht aus. Auch müsse er nicht extra eingezäunt werden.

Tank vor der Nase

„Ich habe jetzt einen Bombenblick, wenn ich auf der Terrasse sitze. man konnt gar nicht umhin, diesen Tank zu sehen. Er ist einfach da“, sagte die Besitzerin des neuen Einfamilienhauses, das unmittelbar an das ehemalige Schulgelände grenzt. Der Sarkasmus war nicht zu überhören. Sie fragte direkt nach, warum der Tank gerade dort stehen musste. Nach Auskunft des Bürgermeisters Axel Wohlschläger (CDU) sei zwar dafür der Betreiber des Heimes zuständig, aber es waren wohl einige Kriterien für den Standort zu beachten. Darunter die Nähe zur Heizanlage, aber auch die Möglichkeit der Belieferung mit Flüssiggas. „Danach ist meines Wissens der Platz gewählt und auch abgenommen worden“, erklärte Wohlschläger und zeigte Verständnis für die Sorgen. „Wenn mir jemand einen solchen Tank vor die Nase stellen würde, wäre ich auch nicht erfreut.“

Heiko Wittig vom Trägerverein Soziokulturelles Zentrum in Delitzsch und SPD-Abgeordneter sieht hier vor allem ein Kommunikationsproblem. Er hätte sich gewünscht, dass die Nachbarn einfach ihre Bitte, den Tank woanders hinzustellen, früher formuliert hätten. „Warum haben wir vorher nicht drüber gesprochen? Mag sein, dass uns da ein Fehler passiert ist und wir sie nicht ausreichend einbezogen haben“, räumte Wittig ein. Die betroffenen Reibitzer wollten das so nicht stehenlassen. Sie hätten sich an den Bürgermeister gewandt. Ob sich jetzt, nachdem der Stellplatz befestigt wurde, noch etwas ändern lässt, ließ Wittig offen. Auch der Bürgermeister will prüfen, ob Handlungsbedarf besteht. Wittig wie auch Wohlschläger lud die Nachbarn zu einem Treffen ein.

Folie soll Blicke verhindern

Sofort eine Änderung zugesagt hatte Heiko Wittig beim Problem Sichtschutz. Die Fenster, die zum Nachbargrundstück zeigen, sollen mit einer Sichtschutzfolie beklebt werden. Insbesondere von der oberen Etage hätte man direkten Einblick in die Zimmer und die Gärten der neuen Häuser, kritisierten die Nachbarn. Vor allem die Frauen hätten damit ein großes Problem. Abgeordneter Eberhard Erhardt bekräftigte die Maßnahmen, weil „die Hauseigentümer in diesem Fall nicht selbst für Sichtschutz sorgen können“. Die hatten bereits schon auf eigene Kosten einen Zaum errichtet, weil Absperrungen mit weiß-rotem Band immer wieder ignoriert, das Nachbargrundstück unberechtigt betreten wurde. Wie es hieß, war es eine finanzielle Belastung, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht geplant war.

Im Sinne eines vernünftigen Miteinanders solle künftig mehr miteinander geredet werden, waren sich am Ende alle Beteiligten einig.

Von Ditmar Wohlgemuth

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