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Delitzsch Nachbarschaftzoff landet vor Gericht
Region Delitzsch Nachbarschaftzoff landet vor Gericht
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15:41 17.07.2015
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Delitzsch/Eilenburg

Denn dazu verpflichtete sie kürzlich das Eilenburger Amtsgericht im Rahmen eines sogenannten Täter-Opfer-Ausgleichs.

Die 54-jährige Ziege landete vor Amtsrichterin Carmen Grell, weil sie gegen einen Strafbefehl in Einspruch gegangen war. Der Grund für die Sanktion: Beleidigung. Kaum war Staatsanwalt Michael Frommhold mit dem Verlesen des Anklagevorwurfs fertig, da bellte die zierliche Frau auch schon in den Raum: „Ich habe sie nicht beleidigt. Seit eh und je gibt es diesen Streit.“ Und die missachtenden Äußerungen seien auch nicht so gefallen, wie vom Staatsanwalt zitiert.

Im Sommer vergangenen Jahres habe sie sich „ganz normal“ mit ihrer Freundin auf dem Balkon ihrer Wohnung in einer Delitzscher Plattenbausiedlung unterhalten, berichtete Claudia Sumpf. Dann habe sie von der Etage unter ihr plötzlich beleidigende Worte gehört. Auch sei an die Balkonbrüstung geschlagen worden. Die als Zeugin geladene Freundin bestätigte die Schilderung, konnte sich aber partout nicht daran erinnern, welche Worte tatsächlich gefallen waren. Was sie hingegen genau wisse: „Das war nicht der erste Vorfall dieser Art.“

Während der Aussage redete Bärbel Ziege wiederholt und unaufgefordert rein. Sie werde zu Unrecht beschuldigt, beteuerte sie und stand dabei den Tränen nahe. Nur knapp entging sie einem Ordnungsgeld.

Für Claudia Sumpf lief an jenem Sommertag sprichwörtlich das Fass über. Sie erstattete Anzeige. Diese nahm sie auch nicht zurück, als Richterin Grell ihr die Möglichkeit anbot, das Verfahren abzuschließen. „Und wie soll es jetzt zwischen ihnen weitergehen?“, fragte Grell schließlich. „Das frage ich mich auch“, sagte die Angeklagte kleinlaut. Eine beinahe salomonische Lösung bot Staatsanwalt Frommhold an. Der soziale Dienst der Justiz könne im Rahmen des Täter-Opfer-Ausgleichs aktiv werden, um eine Grundlage für ein normales Miteinander zu schaffen. Die Richterin stellte das Verfahren daraufhin vorläufig ein. Bedingung: Beide Parteien nehmen die Gesprächstermine wahr. „Geschieht dies nicht, ist die Gefahr einer Verurteilung sehr groß“, konstatierte Grell und sah dabei die Angeklagte lange an. *Namen geändert  

Ditmar Wohlgemuth

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