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Delitzsch Nachtführung zeigt Delitzschs gruselige Seiten
Region Delitzsch Nachtführung zeigt Delitzschs gruselige Seiten
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13:24 29.11.2018
Die nächtliche Führung „Hexen, Henker und Halunken" fand am Dienstag das letzte Mal für dieses Jahr statt. Der Awo-Pflegedienst Delitzsch nutzte den Termin als Jahresabschluss. Quelle: Mathias Schönknecht
Delitzsch

Nur wenige Termine im Jahr, und dann auch nur für maximal 25 Personen. Die nächtliche Führung „Hexen, Henker und Halunken“ ist eine von Delitzschs exklusivsten Veranstaltungen – und zeigt die Stadt von einer anderen Seite. In dieser Woche führte der Streifzug ein letztes Mal für dieses Jahr durch die Gassen und den Keller des Barockschlosses.

Die nächtliche Führung des Museums im Barockschloss zeigt ungewohnte und fast vergessene Seiten Delitzschs.

Anekdoten von Hexen und Halunken

Die beliebte Nachtführung durch die Altstadt hat in den vergangenen Jahren schon Hunderte Teilnehmer begeistert. Zum letzten Mal in diesem Jahr führten die Museums-Mitarbeiter Nadine Schelinski und Mathias Graupner in knapp zwei Stunden durch die Vergangenheit. Dabei berichteten sie über historische Hinrichtungsmethoden, wahre Kriminalfälle, skurrile Delitzscher Persönlichkeiten und die verruchtesten Ecken des mittelalterlichen Stadtlebens.

Unter anderem ging es um die Nutzung des Schlosses als Frauenzuchthaus. Denn als solches wurde das gesamte Barockschloss ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeitwillig verwendet. Noch heute erinnern einige Gegenstände daran.

Mathias Graupner, Museologe im Schloss, berichtete auch von „belegbaren Fällen“ aus früheren Zeiten. So erzählte er beispielsweise die Geschichte von Anna Stäter, Gertrud Klepzig und Anna Hennig, die wegen vermeintlich begangener Zauberei und Umgang mit dem Teufel angeklagt wurden. Die drei Frauen aus Mocherwitz, dem heutigen Ortsteil von Schönwölkau, wurden schließlich 1657 auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Besuch der Delitzscher Reeperbahn

Nadine Schelinski führte im zweiten Teil durch die Gassen der Altstadt. Vorbei am Hallischen Turm, dem einstigen Männerknast der Stadt, ging es über die Mauer- in die Badergasse. „Das war die Reeperbahn des mittelalterlichen Delitzschs“, sagte Schelinski, auch wenn heute kaum etwas daran erinnere, gingen hier einst Freudenmädchen dem wohl ältesten Gewerbe nach.

In den noch erhaltenen Teilen des Frauenzuchthauses musste übrigens niemand zurückbleiben. Es sei schlicht nicht erlaubt, in öffentlichen Gebäuden zu übernachten, sagte Graupner und vergewisserte sich, dass er als Letzter die Räume für dieses Jahr verließ.

Von Mathias Schönknecht

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