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Delitzsch Nachts auf Kirchentour – Gotteshäuser in der Delitzscher Region laden Interessierte ein
Region Delitzsch Nachts auf Kirchentour – Gotteshäuser in der Delitzscher Region laden Interessierte ein
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19:26 11.09.2016
Im Schalom-Begegnungszentrum informiert Jens Rudolph über das jüdische Leben in der Stadt und die Verfolgung der Juden im Dritten Reich Quelle: Foto: Manuel Niemann
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Delitzsch

Zum vierten Mal fand am Samstag die Nacht der offenen Kirchen in Delitzsch statt. Den Tag des offenen Denkmals nahmen Gotteshäuser verschiedener christlicher Konfessionen zum Anlass, in der Nacht zuvor ihre Pforten für das Publikum zu öffnen. An fünf Stationen konnten die Besucher Einblick in die Geschichte der Sakralbauten in und um Delitzsch erkunden.

Die Tour, die die meisten Gäste komplett absolvierten, startete am frühen Abend in Brodau. Nach jeweils einer halben Stunde Programm blieb genug Zeit, um bis zur nächsten vollen Stunde mit dem Rad oder Wagen zur nächsten Kirche zu fahren. Dabei überraschte der Abend immer wieder mit eigenwilligen Kontrasten. So verstand es der evangelische Pfarrer Daniel Senf zunächst, einen weltlichen Zugang für die Laien zu schaffen. In der Kirche, der die Zeit seit ihrer Erbauung um 1500 sichtlich zugesetzt hat, führte er in den Abend ein. Er versuchte einen Abstecher „ins Früher, verbunden, mit dem Hier und Jetzt“. Dabei sprach Senf zur Architektur des Gotteshauses, dessen Ausrichtung nach Osten, den Orient und die Orientierung, die sie bieten könne.

Ein anderes Bild bot die evangelische Kirche in Döbernitz, die auch zu Daniel Senfs Gemeinde gehört. Im Dorfbild ist die schmale Saalkirche ohne einen Turm fast nicht als solche zu erkennen. Carolin Hinze, selbst Mitglied in der evangelischen Gemeinde, spielte hierzu auf der Gitarre mitunter Unerwartetes: Neben Leonard Cohens „Hallelujah“ auch „Let it be“ oder einen Udo Lindenberg-Titel.

Mit der Dunkelheit ging es anschließend in die Delitzscher Innenstadt. Das Schalom-Begegnungszentrum der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde bot zunächst einen eigenwilligen Kontrapunkt. „In Erinnerung an Anne Frank“ verwies Matthias Mittmann auf gemeinsame Ursprünge des jüdischen, christlichen, aber auch des muslimischen Glaubens. Die Erlebnisausstellung „Versteckt um zu überleben”, die unter dem Dach ein ähnliches Versteck wie das der Franks im Amsterdamer Hinterhaus nachbildet, wurde nun vorgestellt. Verfolgung und Ausgrenzung stellte Matthias Mittmann als immer noch aktuelle Zeitfragen heraus.

In vollkommen anderer Atmosphäre empfing die Neuapostolische Kirche in der Securiusstraße die Gäste. Festlich, unteren anderem mit einem Streichquartett und Chor, gestaltete sich hier das Programm. Wie dies auf sie gewirkt habe, beschrieben die Delitzscherin Katja Hölter und ihr Begleiter Michael Trübner. „Das ist so modern. Ich als bekennender Katholik bin immer von der Neuapostolischen Gemeinde beindruckt“, sagte Trübner. Die beiden absolvierten die komplette Tour und hatten bereits in den Vorjahren an der offenen Kirchennacht teilgenommen. Die Ostung-Ausrichtung der Kirche, Orient und Orientierung griff Pfarrer Michael Poschlod in der Katholischen Marienkirche auf, wo die Tour mit einem Nachtgebet endete.

Von Manuel Niemann

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