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Delitzsch Nähe zu Leipzig zahlt sich aus für Nordsachsens Zimmervermieter
Region Delitzsch Nähe zu Leipzig zahlt sich aus für Nordsachsens Zimmervermieter
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06:00 20.07.2016
Ein einfaches Schild und eine Website reichen dem Pensionswirt im Nebengewerbe meist schon. Quelle: Christine Jacob
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KLETZEN/WÖLKAU

Die Leipziger Messe, das BMW- und das Porschewerk sind nur wenige Autominuten entfernt, der Flughafen schnell erreicht. Damit punkten die Pensionswirte auf dem flachen nordsächsischen Lande im Speckgürtel der Boomtown Leipzig. Zwei Beispiele nicht weit der pulsierenden B 2 zeigen, wie gut es sich mit den Gästen auf Zeit leben lässt.

Fünf Zimmer und damit Platz für zehn Leute – damit verdient Ramona Böttger, sonst im Handel tätig, seit 22 Jahren noch nebenbei ihre Brötchen. Seit 1994 betreibt sie im Nebengewerbe im Krostitzer Ortsteil Kletzen ihre kleine Pension. Schnell ist man auf der Bundesstraße 2, bis zur Messe sind es acht Kilometer – rund elf Minuten Fahrtzeit. Bis zu BMW rund zehn Minuten, bis zum Porschewerk 16 Minuten. Der Flughafen ist in 17 Minuten zu erreichen. Das zieht. „Immer ausgebucht“ ist die Pension Böttger. Es kommen vor allem Monteure, die in der Autoindustrie oder auf Baustellen in Leipzig arbeiten. „Messegäste habe ich gar keine“, berichtet Ramona Böttger, „die gehen lieber in ein richtiges Hotel.“ Gut und preiswert kommt man bei ihr ab 20 Euro pro Nacht und Person im Einzelzimmer unter – ohne Frühstück. 1991 übernahmen sie und ihr Mann das Haus, bauten um und wussten, dass sie für die eigentlich freie Wohnung keine Mieter im klassischen Sinne haben wollen. „Wenn mir was nicht passt, kann ich meine Gäste ganz einfach vor die Tür setzen“, lacht Ramona Böttger heute. Dennoch geht es familiär zu, kommen viele Stammgäste. Drei Dauermieter hat sie inzwischen, die aus dem Brandenburgischen kommen und hier auf Montage arbeiten. Mit denen passt es sogar so gut, dass die Wirtin sich selbst mal Urlaub und Wegfahren erlauben kann und diese drei Gäste sich dann einfach um sich selbst kümmern. Den Schritt zur Pension hat die 53-Jährige nie bereut.

Nach Wölkau kommen zunehmend klassische Touristen

Ramona Böttger war es vor gut acht Jahren auch, die Sabine Sprechert und ihren Mann in Wölkau zu Pensionswirten machte. Die Tochter war gerade ausgezogen und damit plötzlich viel Platz im Haus. Mit genau dem Argument rief die Bekannte an, als das Paar gerade selbst im Urlaub war – fünf Leute seien demnächst mal noch unterzubringen. Die Sprecherts fassten sich ein Herz, bauten in Windeseile ein Nebengewerbe auf. Geworden ist daraus die „Pension am Park“ mitten im Schönwölkauer Ortsteil Wölkau. Wie auch andere Angebote der Region richtet die sich vor allem an Montagearbeiter. „Wir haben anfangs viel Werbung bei BMW und Porsche gemacht“, berichtet Sabine Sprechert. In gut 15 Minuten sind die Werke auch von Wölkau aus bequem über die B 2 zu erreichen. „Zu 80 Prozent sind unsere Gäste auch Montagearbeiter, die so preiswert wie möglich unterkommen wollen“, bilanziert die 51 Jahre alte Pensionswirtin. 25 Euro pro Nacht zahlt der Gast, wenn er ein Einzelzimmer nutzt – ansonsten werden ab 20 Euro fällig. Zwei Ferienwohnungen, eine mit fünf und eine mit drei Betten, stehen zur Verfügung und sind fast das ganze Jahr gefragt. „Es ist selten, dass bei uns mal gar nichts belegt ist, vielleicht so 14 Tage im Jahr ist das der Fall“, schätzt Sabine Sprechert. Vermehrt kommen – im Gegensatz zum Kletzener Pendant – auch Rad- und Lutherwegwanderer, Touristen auf Erholungskurs. Die Pension bleibt aber auch wie die von Ramona Böttger ein Nebengewerbe.

Von Christine Jacob

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