Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Närrisches Treiben: 30 Jahre Karneval in Selben-Zschepen
Region Delitzsch Närrisches Treiben: 30 Jahre Karneval in Selben-Zschepen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:47 25.01.2016
Beim Carneval-Club Selben/Zschepen wurde am Sonnabend kräftig gefeiert. Quelle: Anke Herold
Anzeige
Selben/Zschepen

Pfarrer Braun, im waren Leben Thomas Ruland, wünschte an seiner Tischkanzel einen gesegneten Faschingsabend und erhob seine Hände über das Narrenvolk. Mit der Bibel in der Hand und wichtiger Gestik sprach er am Samstagabend: „Gepriesen sei der Tag an dem sechs Männer und drei Frauen vor dreißig Jahren beim Fußballverein die umliegenden Gemeinden zum Fasching zusammenbrachten. Gesegnete seien alle Mitmacher, Sponsoren, deren Geld und die Zuschauer, die uns lange beglückten“, ließ der Narrenpfaffe wissen.

Zur Galerie
Der Carneval-Club Selben/Zschepen feierte sein 30-Jähriges mit einem Mix aus der Vergangenheit und dem Hier und Jetzt.

Seit 30 Jahren gibt es den Verein, der einstmals mit deutlich weniger Mitgliedern begann und inzwischen auf gut 100 Vereinsmitglieder und circa 60 aktive Programmgestalter stolz sein kann. Ein Mix aus den vergangenen Jahren wurde in das geistliche Prozedere geschickt eingebunden. Die Jüngsten etwa tanzten sich als Indianer und kleine Blaubären in die Herzen des Publikums.

Aber natürlich auch das aktuelle Hier und Jetzt fand seinen Platz in der Faschingspredigt. „Man hat auch mich Willkommen geheißen mit den Worten: Ja, wir schaffen das!“, berichtete der Hirte mit Migrationshintergrund. Er sei froh über die „Duldung im Verein als Minijobber“. Aber auch er erhob den Zeigefinger und mahnte unruhige Männerhände zur Zurückhaltung: „Ihr Grapscher lebet wohl!“, verkündet er noch bevor die Gardedamen im heißen Afrikastil die Bühne betraten. „Auch wenn es schwer fällt, lasst die Finger davon, denn wir wissen, was sich gehört“, fügte er hinzu.

Wie richtig Antanzen geht, zeigte später das Männerballett der zweiten Generation, als Heidi dem Peter die Hormone hochtrieb. Ein rasantes Programm mit Spaß, Sketch, sexy Choreographien, einem Cancan des älteren Herrensemesters wurden dem Grund zum Feiern gerecht. Nachdem der Pfaffe den Faschingssegen erteilt und Unwillige zum Glauben bekehrt hatte, ließ das gereifte Männerballett, mit Blick aufs fortgeschrittene Alter, seine müden Knochen ein letztes Mal beim Skeletttanz klappern. Alle Veranstaltungen sind ausverkauft, wohl auch, weil das Programm bisher immer den Nerv des treuen Publikums traf.

Von Anke Herold

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Viele Mädchen und Jungen im Grundschulalter aus Krostitz und Umgebung nutzten am Freitagnachmittag mit ihren Eltern die Möglichkeit, die Oberschule der Gemeinde kennenzulernen. Die Bildungsstätte hatte zum Tag der offenen Tür eingeladen. Beim Rundgang durch das Haus gab es physikalische und chemische Experimente zu bestaunen und vieles mehr.

25.01.2016

Rollstuhlfahrer, Rollatoren, Kinderwagen müssen draußen bleiben. Das ist mitunter frustrierende Realität im Delitzscher ÖPNV. So kritisierte der Rolli-Club der Diakonie, dass Rollstuhlfahrer vom Busunternehmen Webel nicht mitgenommen wurden. Dabei ist das Unternehmen sogar im Recht, wenn es Menschen mit Behinderung stehen lässt.

28.01.2016

Unter dem Motto „45 Jahre Narrenwelt – unser Saal wird zum Zirkuszelt“ hat der Lindenhayn Brinniser Carnevalsclub seinen Geburtstag gefeiert. Mit dabei waren auch viele Narren aus anderen Vereinen der Region.

24.01.2016
Anzeige