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Delitzsch Naturschutz: Der Werbeliner See ist sichergestellt
Region Delitzsch Naturschutz: Der Werbeliner See ist sichergestellt
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13:24 14.07.2016
Die Aussicht genießen ist am Werbeliner See erlaubt. Vieles andere nicht. Quelle: Thomas Steingen
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Delitzsch

1260 Hektar Land im Bereich des Werbeliner Sees sind seit dieser Woche einstweilig sichergestellt. Das Areal soll zum Naturschutzgebiet werden. Die entsprechende Verordnung, gegen die mehrere Kommunen seit Wochen Sturm laufen, trat am Donnerstag in Kraft – mit der Veröffentlichung im Sächsischen Gesetz- und Verordnungsblatt. Die vorläufigen Grenzen des Gebietes, die später noch erweitert werden könnten, umfassen die Uferrandbereiche des Werbeliner Sees. Im Norden ziehen sie sich bis kurz vors Industriegebiet Delitzsch-Südwest, im Westen sind der Zwochauer und der Grabschützer See inbegriffen, ebenso Agrarflächen, die aber genutzt werden können. Das aktiv betriebene Gelände der Mitteldeutschen Umwelt- und Entsorgung GmbH wurde ausgenommen.

Die Stadtverwaltung Delitzsch reagierte verärgert auf den Vorstoß. „Wie hier ein Dezernat das Wohl einer ganzen Stadt torpediert, ist schon bemerkenswert“, sagte der Oberbürgermeister Manfred Wilde. „Die Kommunikation der Unteren Naturschutzbehörde hat mit uns quasi nicht stattgefunden. So darf moderne Verwaltungsarbeit in Deutschland nicht funktionieren!“

Schutz vor unerlaubten Eingriffen

Die Sicherstellung soll das Areal vor weiteren unerlaubten Eingriffen bewahren, bis die endgültige Unterschutzstellung als Naturschutzgebiet erfolgt ist, sagt Nordsachsens Umweltdezernent Ulrich Fiedler auf LVZ-Anfrage. Die Verbote, die bereits mit dem Europäischen Vogelschutzgebiet auferlegt wurden, gelten weiter – „Ordnungswidrigkeiten lassen sich nun aber effektiver sanktionieren“, erklärt Fiedler. So drohen bei Verstößen Geldbußen in Höhe von bis zu 15 000 Euro. Wobei das Abstrafen nicht das vorrangige Ziel sei, betonte Fiedler. „Die Untere Naturschutzbehörde setzt zunächst vor allem auf Aufklärung. Wer erstmals bei einer Ordnungswidrigkeit angetroffen wird, wird über die geltenden Beschränkungen informiert. Wiederholte und somit vorsätzliche Verstöße werden allerdings mit Geldbußen geahndet.“ Die Behördenmitarbeiter seien in nächster Zeit des Öfteren vor Ort.

Lange Verbotsliste

Verboten sind unter anderem Kraftfahrzeuge, freilaufende Hunde, Zelten, Lagerfeuer, Wassersport und Veranstaltungen jeglicher Art, Drohnenflüge und Geocaching. Und das Baden. „Womit das wilde Baden gemeint ist“, so der Dezernent. Baden im Rahmen des Gemeingebrauchs wäre laut Paragraf fünf der Verordnung möglich. Jedoch ist der Gemeingebrauch noch nicht zugelassen – ein entsprechender Antrag der Stadt Delitzsch liegt der Unteren Wasserschutzbehörde vor, für eine Genehmigung müsse nachgewiesen werden, dass geschützte Vogelarten nicht beeinträchtigt werden. Der Schriftverkehr läuft, das Ergebnis ist offen.

Auch am Zwochauer See werden im Zuge der neuen Verordnung mögliche Beeinträchtigungen geprüft. Dort existiert zwar seit Jahren eine offizielle Badestelle, doch eine Naturschutzfachliche Untersuchung wurde in Auftrag gegeben, um den nötigen Unbedenklichkeits-Nachweis zu erbringen. So lange ruhen am See die Investitionspläne.

Von Kay Würker

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